Montag, 25. Februar 2019

Sunshine Cup Etappenrennen, Zypern

Auch in diesem Jahr stand das Etappenrennen der höchsten Rennkategorie, der Sunshine Cup auf Zypern, in meinem Rennkalender. Es dient vielen hochkarätigen Fahrern als Saisoneinstieg und ist damit ein echter Gradmesser. Das Rennen durfte ich zusammen mit einer kleinen Delegation des Nationalkaders bestreiten, was mich besonders freute.

Nach der Ankunft letzten Dienstagabend besichtigten wir am Mittwoch einige Streckenteile, bevor es am Donnerstag mit dem Prolog bereits ernst galt. Dieser findet jeweils, etwas unüblicherweise für ein Etappenrennen, auf einem 14,5km langen und 600 Höhenmeter vernichtenden Kurs statt. Dabei wird zudem ein Bergdorf durchfahren. Da es regnete, ging ich es etwas vorsichtig an um auf den nassen Steinen nicht einen dummen Sturz zu riskieren. Leider war das dann zu vorsichtig. Dazu wollten meine Beine bei dem kalten Wetter noch nicht so richtig in den Rennmodus umschalten und so resultierte lediglich ein 21. Tagesrang und bereits 1.5 Minuten Rückstand. Das hatte ich so richtig verhauen. Doch meine Lieblingsstrecken kamen noch.



Die zweite Etappe beinhaltete 52km und 1'820 Höhenmeter. Nach der Startfreigabe ging die Post so richtig ab. Eine grosse Spitzengruppe zog mit mächtigem Tempo den ersten, langen Anstieg hoch. Ich versuchte nicht zu überpowern und verlor den Anschluss. Das führte dazu, dass ich einen grossen Teil der folgenden Strecke alleine absolvieren musste und somit nicht von einer schnellen Gruppe  profitieren konnte. Trotz starker Leistung und lediglich rund 3 Minuten Rückstand nach 2 Stunden Fahrzeit wurde ich nur 20. . Die Leistungsdichte in diesem Jahr war wirklich sehr gross.



Die dritte Etappe über 61km und 1'916 Höhenmeter wollte ich noch aktiver fahren um damit meine angepeilte Top15 Rangierung in diesem Jahr zu erreichen. Lange hielt ich mich in Schlagdistanz zur rund 10 Mann umfassenden Spitzengruppe, bevor ich sie wiederum ziehen lassen musste. Nach der Abfahrt vom höchsten Punkt der Strecke konnte ich dann zusammen mit dem Schweizer Fabian Giger sehr gut zusammenarbeiten. Als dann der Tscheche Ondrej Cink zu uns aufschloss und mächtig aufs Gas drückte, blieb ich dran. Auch als Fabian wegen einem Krampf leider nicht mehr mitgehen konnte, krallte ich mich beim Tschechen fest und konnte ihn vor dem Ziel sogar noch überholen. Mit dem 13. Tagesrang war ich dann so richtig happy.





In der abschliessenden, vierten Etappe, welche als Cross Country Rennen ausgetragen wurde, wollte ich vom zwischenzeitlichen 16. Zwischenrang in der Gesamtwertung noch in die Top15 vorstossen. Nach einem guten Start sah es lange gut aus. Nun merkte ich jedoch wie auch in den Vorjahren, dass Andere in dieser frühen Vorbereitungsphase schon mehr an ihrer Spritzigkeit gearbeitet oder bereits mehrere Rennen bestritten hatten. Zudem ging bei mir langsam die Power aus. Nun ging es nicht mehr um den Tagesrang sondern darum, den Rückstand auf die Spitze und meine direkten Konkurrenten im Gesamtklassement gering zu halten.





Für die angepeilten Top15 hat es leider nicht geklappt aber meinen 16. Gesamtrang (3. Rang U23) konnte ich erfolgreich verteidigen. Auf Grund des sehr gut besetzten Feldes bin ich mit dem Ergebnis und meiner Performance sehr zufrieden.



Ganz herzlichen Dank an Swiss Cycling und im Speziellen an Bruno Diethelm und Stefan Vitzthum für die Unterstützung und super Betreuung.

Montag, 28. Januar 2019

Traumstart ins 2019

Die Saisonvorbereitung 2019 ist im vollem Gange. Nach meinem ersten Trainingslager im Dezember folgte das Zweite in der ersten Januarhälfte zusammen mit dem Nationalteam. Bei besten Bedingungen wurde auf Gran Canaria zusammen mit den "Big Boys" hart und fokussiert an der Basis gearbeitet. Bei bester Stimmung vergingen die Tage wie im Flug. Um auch in diesem Jahr am Snow Bike Festival in Gstaad teilzunehmen, flog ich am Montag zurück in die Schweiz. Da blieben mir zwei Tage Zeit, um mich an die rund 30 Grad kühleren Temperaturen zu gewöhnen und mich noch etwas zu erholen.

Am Donnerstagmittag ging es los mit dem Prolog über rund 13km. Für mich bei Etappenrennen ein "notwendiges Übel", bei welchem ich jeweils versuche, den Schaden in Grenzen zu halten. Auch in diesem Jahr brannten die Beine wie verrückt und ich spürte, dass bisher solch intensive Einheiten noch nicht auf dem Trainingsplan standen. Völlig ausgepowert erreichte ich das Ziel. Zu meinem Erstaunen gewann ich diesen Prolog mit 8 Sekunden Vorsprung auf den Kanadier Raphael Gagne. Raphael ist kein unbeschriebenes Blatt – konnte er doch im Jahr 2016 Canada an den olympischen Spielen in Rio vertreten!

Foto: SPORTOGRAF.COM

Foto: SPORTOGRAF.COM

Nun stand ich am Freitag also im Leadertrikot am Start der ersten Etappe. Diese startete auf dem Rinderberg auf 2000müM und führte zuerst über eine 6km lange Skipiste nach Zweisimmen. Trotz 18 Grad minus war dies wohl eines der Highlights der diesjährigen Austragung. Ein riesen Spass, bei dem ich eine Spitzengeschwindigkeit von über 80km pro Stunde erreichte. Danach ging es weiter mit 30km und 1080hm über schönste Winterwanderwege und Loipen. Schnell konnte ich mich zusammen mit Joris Ryf an die Spitze setzen. Wir harmonierten sehr gut und waren sehr schnell unterwegs – ja zu schnell für das Führungsquad, welches wir hinter uns liessen und die Streckenposten, welche uns in eine falsche Richtung schickten. Bis wir dies merkten und wieder zurück auf dem richtigen Weg waren, hatten wir leider über eine Minute unseres Vorsprungs eingebüsst. Im Sprint musste ich mich Joris geschlagen geben – die weiteren Verfolger kamen mit rund 40 Sekunden Rückstand ins Ziel. Damit blieb das Rennen auch für den weiteren Verlauf sehr eng und spannend.

Die zweite Etappe vom Samstag war quasi die Königsetappe über 41km und 1360hm. Da diese mit einem langen Anstieg über 600hm startete und ich wusste, dass hier sicher einige ihr Glück mit einem Angriff suchen würden, hielt ich mich vorerst zurück. Als ich im oberen Teil des Aufstiegs merkte, dass die zu befahrende Piste genügend Gripp bot und ich schneller fahren könnte, riss ich aus der Spitzengruppe aus. Bis zum Gipfel hatte ich bereits 30 Sekunden Vorsprung. Zurück im Tal sah ich hinter mir kein Fahrer mehr. Die Chance, in dieser Etappe bereits eine Vorentscheidung herbei zu führen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. So absolvierte ich die restlichen 20km im Stil eines Zeitfahrers und kam mit 2 Minuten und 30 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Glücklich, dass meine Taktik aufgegangen war, machte ich mich unverzüglich an die Regeneration meiner Beine.

Foto: Henk Neuhoff

In die Schlussetappe startete ich mit einem Vorsprung vom 3 Minuten und 15 Sekunden. Ich beschloss, das Rennen zu kontrollieren um den Gesamtsieg nicht unnötigerweise mit einem Defekt oder die weitere Vorbereitung meiner Saison mit einem dummen Sturz zu gefährden. Dies gelang sehr gut. Die Spitzengruppe blieb lange zusammen und Ausreisser wurden immer wieder gestellt.

Foto: Henk Neuhoff

In den letzten Kilometern zurück nach Gstaad lies ich die Spitze ziehen und kam mit 30 Sekunden Rückstand und überglücklich ins Ziel.

Über den Gesamtsieg, mit welchem ich in der Weltrangliste den angestrebten, grossen Sprung nach vorne machen werde, freue ich mich extrem. Auch wenn die Zeit der Vorbereitung bis zum ersten Weltcup im Mai noch lange ist, so gibt mir dieser Sieg Zuversicht und Selbstvertrauen, dass ich bisher einiges richtig gemacht habe.

Das Podest der Gesamtwertung von links: Raphael Gagne (CAN), ich und David List (GER) - Foto: Henk Neuhoff

Dienstag, 2. Oktober 2018

Erfolgreich in die Saisonpause - Bundesligafinale, Titisee-Neustadt (GER)

Mit dem Rennen in Titisee-Neustadt ging vergangenen Samstag meine Saison 2018 zu Ende. Ich wollte in dem Elite-Rennen nochmals richtig Spass haben und mit einem guten Gefühl in die Saisonpause gehen. Bereits vor einem Jahr hatten die Veranstalter mit dem kürzeren Rennformat (das Rennen dauert maximal eine Stunde) einen tollen Event auf die Beine gestellt. Leider vergibt die UCI dadurch dem Rennen lediglich die C3-Klasse, womit nur für die ersten 5 Fahrer Weltranglistenpunkte vergeben werden. Um trotzdem Top-Fahrer anzulocken, winken Preisgelder wie an einem Weltcup.

So stand ich voller Vorfreude und top motiviert in der ersten Startreihe des rund 50 Fahrer umfassenden Feldes. Nach dem Start reihte ich mich um Position 5 ein und es ging gleich mächtig zur Sache.


Die Beine drehten super. Bereits in der zweiten Runde drückten der Este Martin Loo und der Deutsche Simon Stiebjahn in einer Abfahrt auf das Tempo. Da der vor mir Fahrende das Tempo nicht mitgehen konnte und mich somit blockierte, tat sich schnell eine Lücke auf. Bei nächster Gelegenheit überholte ich den Fahrer und machte mich auf die Verfolgung. Während Martin Loo vorne weg zog und einem ungefährdeten Sieg entgegen fuhr, konnte ich bis zur vorletzten Runde beinahe zu Stiebjahn aufschliessen.




Dieser gab jedoch nochmals richtig Gas und hielt mich auf Distanz. Zu Beginn der letzte Runde schloss der Schweizer Fabian Giger zu mir auf. In einem der letzten Anstiege setzte der Kletterspezialist seine Attacke. Ich versuchte den Abstand mit brennenden Beinen möglichst gering zu halten, um dann in der Abfahrt wieder aufschliessen zu können. Bis auf ein paar Meter war ich bis zum Schlusssprint den Auslauf der Titisee-Schanze hoch an Giger dran. Unter Anfeuerungsrufen der Zuschauer und der Speaker fighteten wir um den dritten Rang – mit dem besseren Ende für Giger.

Das war ein richtig geiles Rennen und mit dem 4. Rang (bester U23-Fahrer) in diesem starken Elite-Feld, nur 12 Sekunden hinter dem 2. Rang und 3 Sekunden hinter dem 3. Rang, bin ich mega happy. Auch der grosse Preisgeld-Scheck kann ich sehr gut für die Vorbereitung der kommenden Saison gebrauchen.



Somit geht eine ausserordentliche, erlebnisreiche und auch emotionale Saison zu Ende. Meine Ziele für die Saison, nämlich die Freude am Sport wieder zu finden, sportlich einen Sprung nach vorne zu machen und mich für die WM zu qualifizieren, konnte ich allesamt erreichen. Ohne Trainer habe ich verschiedenes ausprobiert, bin meinem Herzen gefolgt und habe auf meinen Körper gehört. Da ich gerne im Wald bin habe ich so zum Beispiel letzten Winter zur Stärkung meines Rumpfes 18 Steher Langholz gekauft und diesen von Hand zersägt und gespalten. Neben einem starken Rumpf gibt das nach dem Verkauf auch noch ein paar Franken in meine Rennkasse 😊. Vieles hat also sehr gut funktioniert – ein paar Punkte auch weniger. Und so nehme ich diese Erfahrung mit und möchte mich damit natürlich für die kommende Saison weiter verbessern. Da hilft sicher auch, dass ich meine Stelle auf Ende November gekündigt habe um mein Training und die Regeneration weiter zu optimieren. Die Freude an der Arbeit werde ich im Rahmen von Aushilfsarbeiten mit maximal 20% Pensum ausleben können.

Damit ist die Planung der kommenden Saison 2019 bereits in vollem Gange...

Montag, 24. September 2018

Swiss Bike Cup, Lugano oder wenn der Ofen aus ist...

Gestern Sonntag fand das Finale des Swiss Bike Cups in Lugano statt. Als Minimalziel hatte ich mir die Verteidigung meiner Top5 Platzierung in der Gesamtwertung gesetzt.


Auf Los gings los. Auf Grund von gesundheitlichen Problemen in den letzten Wochen ging ich das Rennen defensiv an und positionierte mich optimal in der Spitzengruppe. Da ich in der ersten Runde bemerkte, dass ich die lange Abfahrt schneller fahren konnte, lies ich mich in den kommenden Runden am Anstieg jeweils etwas zurück fallen um weitere Kräfte zu sparen, um dann am Schluss der Abfahrt wieder auf die Gruppe aufzuschliessen.




Bis zur Rennhälfte ging das richtig gut, doch dann merkte ich, dass ich immer mehr Mühe hatte, das Tempo im Aufstieg mitgehen zu können. Schlussendlich musste ich abreissen lassen und fand in der Verfolgergruppe um die Plätze 5 bis 7 Unterschlupf. In der letzte Runde wurde es dann richtig hart und leichte Resignation machte sich breit, als ich auch diese Gruppe ziehen lassen musste und weitere Fahrer auf- und überholten. Zum Schluss reichte es dennoch zum 8. Rang. Damit fiel ich jedoch leider im Gesamtklassement auf den 6. Rang zurück.


Die lange Saison, die vielen Rennen der letzten Wochen und die mentale Belastung der Weltmeisterschaften haben ihre Spuren hinterlassen. Ich bin froh, dass damit die Saison nun praktisch vorbei ist. Am kommenden Samstag werde ich noch das Bundeliga Finale in Titisee bestreiten. Der Event hat mir letztes Jahr so viel Spass gemacht, dass ich unbedingt dabei sein möchte :-) ...

Montag, 10. September 2018

Weltmeisterschaften - Lenzerheide (SUI)

Das Abenteuer Weltmeisterschaften 2018 in Lenzerheide begann vor zwei Wochen - also gleich nach dem Weltcup von La Bresse. Ich fuhr nach Pontresina, um mich bereits eine Woche vor dem offiziellen einrücken auf der Lenzerheide an die Höhe zu gewöhnen. Dabei versuchte ich mich möglichst gut vom Weltcup zu erholen.

Da meine Position in der Weltrangliste nicht die Beste ist, ging es dann am Samstag zurück nach Muttenz, um den Swiss Bike Cup vom Sonntag zu bestreiten. Das Flachrennen ist zwar etwas speziell und meist taktisch, doch ich erhoffte mir in guter Form einige Punkte zu ergattern.


Das ging während der ersten Rennhälfte noch ganz gut, bis mich Magenkrämpfe zurückbanden. Um nichts für die Weltmeisterschaften zu riskieren, lies ich die letzten beiden Runden ausrollen. Mit Magendarm-Problemen und einer Dopingkontrolle ging der Tag für mich zu Ende.

Am letzten Montag war es dann endlich soweit. Mein Traum der Teilnahme an den Heimweltmeisterschaften wurde Realität. Die Schweizer Delegation mit 57 Athleten traf sich im Hotel Schweizerhof in Lenzerheide und ich mittendrin. Die Tage vor dem Rennen vergingen wie im Flug mit Trainings, Massagen und Regeneration. Alles war sehr professionell organisiert und es wurde nichts dem Zufall überlassen.

So stand ich am Freitag am späten Nachmittag an 57. Startposition im Feld der rund 100 Fahrer am Start.


Da der Start hier in Lenzerheide extrem wichtig ist, hatte ich mich gleich hinter dem Schweizer Schnellstarter Vital Albin aufgestellt. Nach dem Startschuss klemmte ich mich an sein Hinterrad und wir begannen nach kurzer Zeit die ersten Fahrer zu überholen. Mit ordentlich Tempoüberschuss ging es immer weiter nach vorne, bis mich zwei Fahrer, welche Vital soeben überholte hatte, in die Zange nahmen und ich eine Vollbremsung einlegen musste. So ging es mit etwas Rückstand in den ersten Downhill und ich reihte mich im langen Feld ein. Das Tempo war extrem hoch und ich versuchte meinen Motor nicht zu überdrehen.




Dies kostete mich zwar ein paar Plätze aber das Rennen war ja noch lang. Bereits sorgten viele Zuschauer für eine grandiose Stimmung und ich begann mich wieder langsam nach vorne zu arbeiten. Da das hohe Tempo nicht abflachen wollte, ging dies nicht wie gewünscht. Bis zur vorletzten Runde war ich auf der Position 45 angekommen und wollte in die Top40 fahren.



Doch auf den letzten, beiden Runden konnte ich nicht mehr zulegen. Ich gab alles was ich noch hatte, doch mehr als Rang 49 lag an diesem Tag leider nicht drin.

Trotzdem bin ich überglücklich, dass ich Teil von dieser grossartigen Schweizer Delegation (vier Weltmeister- und ein Vize-Weltmeistertitel) war und das einmalige Erlebnis einer Heimweltmeisterschaft miterleben durfte. Dafür danke ich ganz herzlich

  • dem Swiss Cycling Team für den genialen Support
  • DT Swiss für den tollen "Lenzerheide"-Carbon Laufradsatz
  • Chris Sports und Andy Fehr für den passenden "WM-Helm"
  • und natürlich den vielen Freunden, Verwandten und Bekannten, die mich vor Ort oder zu Hause vor dem Fernseher unterstützt und die Daumen gedrückt haben

Mittwoch, 29. August 2018

Weltcup La Bresse (FRA)

Bereits liegt der letzte Lauf des Weltcups dieser Saison hinter mir. In La Bresse-Hohneck, einem kleinen Skigebiet in den Vogesen auf gut 900 m.ü.M., haben die Organisatoren eine neue, moderne Strecke hingezaubert. Harte Aufstiege, etliche Sprünge und technische Passagen zeichnen diese Strecke aus und sie hatte mir bereits im ersten Training vom Donnerstag viel Spass gemacht. Auch meine Beine fühlten sich bereits sehr gut an.

Ab Freitag begann es dann zu regnen und es wurde immer kälter. Im Abschlusstraining vom Samstag folgten bei nasskalten Bedingungen die letzte Reifentests und ich war bereit für das Rennen.


Auf Startplatz 48 ging ich dann gut ins Rennen und konnte meine Position halten. Doch nach dem ersten Aufstieg führte die Strecke in einen sehr nassen und aufgeweichten Singletrail, der weitgehend zu Fuss passiert werden musste. Beim obligaten Stau donnerte von hinten ein Fahrer in mein Bike hinein und ich dachte schon, dass mein Schaltwerk wohl nicht mehr an seinem Ort war. Meine Bedenken waren zum Glück unbegründet und ich wartete eine Ewigkeit, bis ich endlich auch den Singletrail passieren konnte. Bereits nach dieser kleinen Passage hatte ich einen Rückstand von 1.20 Minuten auf die Spitze (und hinter mir kamen nochmals rund 70 Fahrer), was die Wichtigkeit eines guten Startplatzes einmal mehr unterstreicht.

Nach dieser Passage war das Feld schon mächtig in die Länge gezogen. Dementsprechend schwierig war es Plätze gut zu machen. Nach Runde zwei war ich jedoch bereits auf Position 35 doch es ging nicht so recht vorwärts. Meine Beine fühlten sich nicht perfekt an und auch bei der Reifenwahl hätte ich wohl eher noch ein gröberes Profil wählen sollen. Zudem merkte ich, dass ich mir etwas mehr Zeit geben musste und nicht jede Passage auf Angriff fahren sollte.





Ab Runde vier kam ich dann wieder besser in die Gänge und begann weitere Positionen gut zu machen. Die zahlreichen Sport begeisterten Franzosen gaben alles und trieben uns Fahrer vorwärts. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt stellte ich plötzlich am Hinterrad Luftverlust fest und musste leider zum Radwechsel in die Techzone fahren. Dies warf mich dann endgültig aus dem Rhythmus und ich musste mit dem 37. Schlussrang vorlieb nehmen.

Nun gilt es nach vorne zu schauen und das Positive mitzunehmen. Das Rennen ist abgehakt und ich befinde mich seit dem Montag bereits im Engadin um mich seriös auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten. Auf dieses Highlight des Jahres freue ich mich sehr und hoffe, dass viele bereits am Freitag, 7. September den Weg in die Lenzerheide finden um uns Schweizer lautstark anzufeuern. See you :-) …

Montag, 20. August 2018

Swiss Bike Cup, Villars sur Ollon

Die Wochen seit der EM nutzte ich als letzten, harten Trainingsblock vor dem Weltcup in La Bresse und der WM in Lenzerheide. Dementsprechend noch etwas müde reiste ich am Samstag an den Swiss Bike Cup in Villars-sur-Ollon. Im Training vom Samstag produzierte ich dann einen unnötigen Sturz, der mir das Knie anschwellen lies und meinen Daumen so lädierte, dass ich am Samstag den Lenker kaum mehr halten konnte. Mit kühlenden Mitteln und Cremen versuchte ich mich bis zum Rennen wieder fit zu machen.

Mit diesen ungünstigen Umständen und einem getappten Daumen (vielen Dank Heidi) stand ich dann am Sonntag trotzdem voll motiviert am Start. Dieser war sehr speziell angelegt mit gleich einer harten Rechtskurve nach 3 Metern gefolgt von diversen künstlichen Hindernissen. Um mir hier vor den wichtigen Rennen der nächsten Wochen nicht noch eine Verletzung einzuhandeln, ging ich das Rennen eher defensiv an. Bereits nach einer halben Runde war ich in der Spitzengruppe angekommen, welche in den folgenden Runden immer kleiner wurde. Bereits ab der 4. Runde war ich mit dem Neuseeländer Eden Cruse alleine unterwegs.

Im Duell mit dem Neuseeländer Eden Cruse

Ich merkte, dass sich meine Beine heute nicht so frisch anfühlten und mein Konkurrent vor allem im letzten Teil des Anstieges extrem stark war. So versuchte ich mich in der vorletzten Runde in den wenigen, technischen Passagen zu lösen, was mir aber nicht entscheidend gelang und wohl auch ein paar Körner gekostet hatte.


So schloss der Neuseeländer wieder auf und startet gleich selbst einen Konter, den ich nicht mitgehen konnte. So fuhr ich schlussendlich ungefährdet einen tollen 2. Rang ein.

Das Podest zusammen mit Eden Cruse (1.) und Joel Roth (3.)
Meine Form stimmt. Nun geht es darum mich gut zu erholen um am Weltcup in La Bresse wieder voll angreifen zu können.

Montag, 30. Juli 2018

Europameisterschaften - Hitzeschlacht in Graz (AUT)

Nach zwei Jahren Unterbruch durfte ich in diesem Jahr wieder bei den Europameisterschaften an den Start. Diese fanden in Graz statt, weitgehend auf derselben Strecke, welche ich schon von zwei Austragungen der Jugendeuropameisterschaften her kannte und sehr gute Erinnerungen habe. Die Strecke ist technisch zwar leider wenig anspruchsvoll, hat jedoch pro Runde 250 Höhenmeter, welche zu überwinden sind.

Neben den Top-Athleten aus dem Weltcup (im letzten Weltcup waren lediglich drei nicht-Europäer vor mir klassiert) galt es vor allem die extreme, schwülheisse Hitze von über 32 Grad im Schatten zu bezwingen. Mit allen Mitteln wurde versucht, den Körper vor dem Start kühl zu halten.


Mit der Startnummer 43 ging ich, im rund 80 Fahrer umfassenden Feld, recht weit hinten ins Rennen. Obwohl ich gut weg kam war bereits nach rund 300 Meter mit einer Vollbremsung erst mal Schluss. Dies, weil der hintere Teil des Feldes schneller startete als der vordere Teil und so auf diesen auffuhr. Somit war die Spitze des Feldes weg und für mich begann, wie so oft in dieser Saison, die Aufholjagd.
Diese gestaltete sich jedoch recht schwierig, da vor allem in der Startphase etliche Fahrer vor mir stürzten und mich in meinem Vorwärtsdrang zurückbanden.



Trotzdem konnte ich Fahrer um Fahrer überholen und mich bis um den 25. Platz vorarbeiten. Leider machte mir das heisse Wetter zunehmend zu schaffen und die Kraft begann langsam zu schwinden.



Mit allem was ich hatte, kämpfte ich weiter und beendete die Hitzeschlacht auf dem 21. Schlussrang.


Nach den beiden letzten Top-Weltcuprennen hatte ich mir für diese Europameisterschaften etwas mehr erhofft. Das fehlende Rennglück in der ersten Runde, die mörderische Hitze und ein paar Details in meinem Rennen, machten es mir jedoch nicht einfacher, meine mir gesteckten Ziele zu erreichen.

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Swiss Cycling, die Trainer und den Staff, welche alles  unternommen haben, um uns Athleten die besten Bedingungen zu ermöglichen. Und natürlich herzliche Gratulation an alle Medaillengewinner - hopp Schwiiz!!!


Dienstag, 24. Juli 2018

Selektion für die Heim-Weltmeisterschaften in Lenzerheide!!!



Die harte Arbeit hat sich gelohnt..

Gestern hat Swiss Cycling die erste Tranche der Selektionen für die Weltmeisterschaften bekannt gegeben. Es freut mich ausserordentlich, dass ich die Schweiz an der Heim-WM in der Lenzerheide vertreten darf. Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung, welchen ich seit der Bekanntgabe der Heim-WM verfolge und auf diesen ich im bisherigen Saisonverlauf fokussiert hingearbeitet habe.

Die WM findet vom 6. - 9. September 2018 statt. Das Rennen der U23 Männer startet am Freitag, 7. September um 16.30 Uhr und wird von SRF2 Live übertragen. Über die lautstarke Unterstützung am Streckenrand würde ich mich ausserordentlich freuen.

Dienstag, 17. Juli 2018

Weltcup Vallnord (AND)

Was für eine Woche – was für ein Rennen!!!

Gleich am Folgetag nach dem Rennen in Val di Sole ging es weiter mit dem Flugzeug von Zürich nach Barcelona. Mit dem Mietwagen erreichten wir dann unser Ziel Pas de la Casa in Andorra. Auf 2081 M.ü.M. bereitete ich mich zusammen mit dem Nationalteam optimal auf das bevorstehende Rennen in Vallnord vor. In diesen Tagen erreichte mich zudem die erfreuliche Nachricht, dass ich von Swiss Cycling für die Europameisterschaften selektioniert wurde und in zwei Wochen die Schweizer Farben in Graz (AUT) vertreten darf! Darauf freue ich mich sehr.

Am Weltcup in Andorra wollte ich unbedingt an die tollen Leistungen von Val di Sole anknüpfen. Dank meiner gewonnenen Weltranglistenpunkte hatte sich meine Startposition weiter verbessert und ich stand auf 43 ein. Auf los ging es los. Doch bereits nach ein paar Metern musste ich eine Notbremsung einleiten, da der Fahrer vor mir aus dem Pedal rutschte und ich inmitten des Pulks nicht ausweichen konnte. So fand ich mich im hintersten Teil des Feldes wieder und ich dachte schon, jetzt wird's richtig hart. Also legte ich mich ins Zeug und begann das Feld von hinten aufzurollen. Nach der ersten Runde hatte ich mich bereits auf Position 47 vorgearbeitet, jedoch bereits eineinhalb Minuten Rückstand auf die Spitze. Ich fühlte mich super, das Feld hatte sich auch etwas gelichtet und nun gab es kein Halten mehr.





Mit sehr schnellen Rundenzeiten (bis zur 4. Schnellsten) ging es weiter vorwärts bis zu einer Gruppe, welche um die 17. Position kämpfte. In der vorletzten Runde merkte ich dann jedoch, dass langsam die Kräfte schwanden und ich musste abreissen lassen. Mit allem was ich noch hatte, fuhr ich mein Tempo bis zum Ziel. Dabei konnte ich noch drei weitere Fahrer überholen und mit dem 17. Schlussrang mein bisher bestes U23-Weltcup Ergebnis erneut übertreffen. Dass ich in den letzten 5 Runden lediglich eine Minute auf die Spitze verlor, stimmt mich weiter positiv bezüglich meiner Leistung.



An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an:
  • Swiss Cycling für den perfekten Support in den letzten drei Wochen im Höhentraining und den Weltcuprennen 
  • SRAM und DTswiss für den tollen Racesupport vor Ort und die Behebung der Defekte nach dem Training 
  • und natürlich Fehr Velos für die Top Bereitstellung meiner Bikes

Dienstag, 10. Juli 2018

Weltcup Val di Sole (ITA)

Direkt aus dem zweiwöchigen Höhentrainingslager mit dem Nationalkader im schönen St. Moritz ging es weiter zum Weltcup in Val di Sole (ITA). Die schnelle und harte Strecke gefiel mir vom Beginn weg sehr gut.


Der Start ins Rennen nahm ich engagiert in Angriff und passierte nach der Startrunde bereits auf Rang 37. In den folgenden zwei Runden arbeitete ich mich weiter nach vorne und kam in einer 5er Gruppe um die Ränge 21 bis 25 unter. Die Gruppe harmonierte jedoch nicht gut und es gab immer wieder Angriffe die gekontert wurden. Diesem kräfteraubenden Treiben wollte ich in der zweitletzten Runde ein Ende setzen und startete in einem Aufstieg einen entschlossenen Angriff. Zu meiner Freude folgte mir kein Fahrer aus der Gruppe. Das Tempo zog ich bis zum Schluss durch und erzielte den phantastischen 19. Schlussrang.




Mit meiner Performance und dem erreichen meiner ersten Top20 Klassierung im U23 Weltcup bin ich absolut happy.



Gleich am Folgetag sind wir mit dem Nationalteam weiter nach Barcelona und dann mit dem Auto nach Andorra gereist, wo am kommenden Sonntag bereits der nächste Weltcup Lauf im Skigebiet von Vallnord ansteht.