Montag, 10. September 2018

Weltmeisterschaften - Lenzerheide (SUI)

Das Abenteuer Weltmeisterschaften 2018 in Lenzerheide begann vor zwei Wochen - also gleich nach dem Weltcup von La Bresse. Ich fuhr nach Pontresina, um mich bereits eine Woche vor dem offiziellen einrücken auf der Lenzerheide an die Höhe zu gewöhnen. Dabei versuchte ich mich möglichst gut vom Weltcup zu erholen.

Da meine Position in der Weltrangliste nicht die Beste ist, ging es dann am Samstag zurück nach Muttenz, um den Swiss Bike Cup vom Sonntag zu bestreiten. Das Flachrennen ist zwar etwas speziell und meist taktisch, doch ich erhoffte mir in guter Form einige Punkte zu ergattern.


Das ging während der ersten Rennhälfte noch ganz gut, bis mich Magenkrämpfe zurückbanden. Um nichts für die Weltmeisterschaften zu riskieren, lies ich die letzten beiden Runden ausrollen. Mit Magendarm-Problemen und einer Dopingkontrolle ging der Tag für mich zu Ende.

Am letzten Montag war es dann endlich soweit. Mein Traum der Teilnahme an den Heimweltmeisterschaften wurde Realität. Die Schweizer Delegation mit 57 Athleten traf sich im Hotel Schweizerhof in Lenzerheide und ich mittendrin. Die Tage vor dem Rennen vergingen wie im Flug mit Trainings, Massagen und Regeneration. Alles war sehr professionell organisiert und es wurde nichts dem Zufall überlassen.

So stand ich am Freitag am späten Nachmittag an 57. Startposition im Feld der rund 100 Fahrer am Start.


Da der Start hier in Lenzerheide extrem wichtig ist, hatte ich mich gleich hinter dem Schweizer Schnellstarter Vital Albin aufgestellt. Nach dem Startschuss klemmte ich mich an sein Hinterrad und wir begannen nach kurzer Zeit die ersten Fahrer zu überholen. Mit ordentlich Tempoüberschuss ging es immer weiter nach vorne, bis mich zwei Fahrer, welche Vital soeben überholte hatte, in die Zange nahmen und ich eine Vollbremsung einlegen musste. So ging es mit etwas Rückstand in den ersten Downhill und ich reihte mich im langen Feld ein. Das Tempo war extrem hoch und ich versuchte meinen Motor nicht zu überdrehen.




Dies kostete mich zwar ein paar Plätze aber das Rennen war ja noch lang. Bereits sorgten viele Zuschauer für eine grandiose Stimmung und ich begann mich wieder langsam nach vorne zu arbeiten. Da das hohe Tempo nicht abflachen wollte, ging dies nicht wie gewünscht. Bis zur vorletzten Runde war ich auf der Position 45 angekommen und wollte in die Top40 fahren.



Doch auf den letzten, beiden Runden konnte ich nicht mehr zulegen. Ich gab alles was ich noch hatte, doch mehr als Rang 49 lag an diesem Tag leider nicht drin.

Trotzdem bin ich überglücklich, dass ich Teil von dieser grossartigen Schweizer Delegation (vier Weltmeister- und ein Vize-Weltmeistertitel) war und das einmalige Erlebnis einer Heimweltmeisterschaft miterleben durfte. Dafür danke ich ganz herzlich

  • dem Swiss Cycling Team für den genialen Support
  • DT Swiss für den tollen "Lenzerheide"-Carbon Laufradsatz
  • Chris Sports und Andy Fehr für den passenden "WM-Helm"
  • und natürlich den vielen Freunden, Verwandten und Bekannten, die mich vor Ort oder zu Hause vor dem Fernseher unterstützt und die Daumen gedrückt haben

Mittwoch, 29. August 2018

Weltcup La Bresse (FRA)

Bereits liegt der letzte Lauf des Weltcups dieser Saison hinter mir. In La Bresse-Hohneck, einem kleinen Skigebiet in den Vogesen auf gut 900 m.ü.M., haben die Organisatoren eine neue, moderne Strecke hingezaubert. Harte Aufstiege, etliche Sprünge und technische Passagen zeichnen diese Strecke aus und sie hatte mir bereits im ersten Training vom Donnerstag viel Spass gemacht. Auch meine Beine fühlten sich bereits sehr gut an.

Ab Freitag begann es dann zu regnen und es wurde immer kälter. Im Abschlusstraining vom Samstag folgten bei nasskalten Bedingungen die letzte Reifentests und ich war bereit für das Rennen.


Auf Startplatz 48 ging ich dann gut ins Rennen und konnte meine Position halten. Doch nach dem ersten Aufstieg führte die Strecke in einen sehr nassen und aufgeweichten Singletrail, der weitgehend zu Fuss passiert werden musste. Beim obligaten Stau donnerte von hinten ein Fahrer in mein Bike hinein und ich dachte schon, dass mein Schaltwerk wohl nicht mehr an seinem Ort war. Meine Bedenken waren zum Glück unbegründet und ich wartete eine Ewigkeit, bis ich endlich auch den Singletrail passieren konnte. Bereits nach dieser kleinen Passage hatte ich einen Rückstand von 1.20 Minuten auf die Spitze (und hinter mir kamen nochmals rund 70 Fahrer), was die Wichtigkeit eines guten Startplatzes einmal mehr unterstreicht.

Nach dieser Passage war das Feld schon mächtig in die Länge gezogen. Dementsprechend schwierig war es Plätze gut zu machen. Nach Runde zwei war ich jedoch bereits auf Position 35 doch es ging nicht so recht vorwärts. Meine Beine fühlten sich nicht perfekt an und auch bei der Reifenwahl hätte ich wohl eher noch ein gröberes Profil wählen sollen. Zudem merkte ich, dass ich mir etwas mehr Zeit geben musste und nicht jede Passage auf Angriff fahren sollte.





Ab Runde vier kam ich dann wieder besser in die Gänge und begann weitere Positionen gut zu machen. Die zahlreichen Sport begeisterten Franzosen gaben alles und trieben uns Fahrer vorwärts. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt stellte ich plötzlich am Hinterrad Luftverlust fest und musste leider zum Radwechsel in die Techzone fahren. Dies warf mich dann endgültig aus dem Rhythmus und ich musste mit dem 37. Schlussrang vorlieb nehmen.

Nun gilt es nach vorne zu schauen und das Positive mitzunehmen. Das Rennen ist abgehakt und ich befinde mich seit dem Montag bereits im Engadin um mich seriös auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten. Auf dieses Highlight des Jahres freue ich mich sehr und hoffe, dass viele bereits am Freitag, 7. September den Weg in die Lenzerheide finden um uns Schweizer lautstark anzufeuern. See you :-) …

Montag, 20. August 2018

Swiss Bike Cup, Villars sur Ollon

Die Wochen seit der EM nutzte ich als letzten, harten Trainingsblock vor dem Weltcup in La Bresse und der WM in Lenzerheide. Dementsprechend noch etwas müde reiste ich am Samstag an den Swiss Bike Cup in Villars-sur-Ollon. Im Training vom Samstag produzierte ich dann einen unnötigen Sturz, der mir das Knie anschwellen lies und meinen Daumen so lädierte, dass ich am Samstag den Lenker kaum mehr halten konnte. Mit kühlenden Mitteln und Cremen versuchte ich mich bis zum Rennen wieder fit zu machen.

Mit diesen ungünstigen Umständen und einem getappten Daumen (vielen Dank Heidi) stand ich dann am Sonntag trotzdem voll motiviert am Start. Dieser war sehr speziell angelegt mit gleich einer harten Rechtskurve nach 3 Metern gefolgt von diversen künstlichen Hindernissen. Um mir hier vor den wichtigen Rennen der nächsten Wochen nicht noch eine Verletzung einzuhandeln, ging ich das Rennen eher defensiv an. Bereits nach einer halben Runde war ich in der Spitzengruppe angekommen, welche in den folgenden Runden immer kleiner wurde. Bereits ab der 4. Runde war ich mit dem Neuseeländer Eden Cruse alleine unterwegs.

Im Duell mit dem Neuseeländer Eden Cruse

Ich merkte, dass sich meine Beine heute nicht so frisch anfühlten und mein Konkurrent vor allem im letzten Teil des Anstieges extrem stark war. So versuchte ich mich in der vorletzten Runde in den wenigen, technischen Passagen zu lösen, was mir aber nicht entscheidend gelang und wohl auch ein paar Körner gekostet hatte.


So schloss der Neuseeländer wieder auf und startet gleich selbst einen Konter, den ich nicht mitgehen konnte. So fuhr ich schlussendlich ungefährdet einen tollen 2. Rang ein.

Das Podest zusammen mit Eden Cruse (1.) und Joel Roth (3.)
Meine Form stimmt. Nun geht es darum mich gut zu erholen um am Weltcup in La Bresse wieder voll angreifen zu können.

Montag, 30. Juli 2018

Europameisterschaften - Hitzeschlacht in Graz (AUT)

Nach zwei Jahren Unterbruch durfte ich in diesem Jahr wieder bei den Europameisterschaften an den Start. Diese fanden in Graz statt, weitgehend auf derselben Strecke, welche ich schon von zwei Austragungen der Jugendeuropameisterschaften her kannte und sehr gute Erinnerungen habe. Die Strecke ist technisch zwar leider wenig anspruchsvoll, hat jedoch pro Runde 250 Höhenmeter, welche zu überwinden sind.

Neben den Top-Athleten aus dem Weltcup (im letzten Weltcup waren lediglich drei nicht-Europäer vor mir klassiert) galt es vor allem die extreme, schwülheisse Hitze von über 32 Grad im Schatten zu bezwingen. Mit allen Mitteln wurde versucht, den Körper vor dem Start kühl zu halten.


Mit der Startnummer 43 ging ich, im rund 80 Fahrer umfassenden Feld, recht weit hinten ins Rennen. Obwohl ich gut weg kam war bereits nach rund 300 Meter mit einer Vollbremsung erst mal Schluss. Dies, weil der hintere Teil des Feldes schneller startete als der vordere Teil und so auf diesen auffuhr. Somit war die Spitze des Feldes weg und für mich begann, wie so oft in dieser Saison, die Aufholjagd.
Diese gestaltete sich jedoch recht schwierig, da vor allem in der Startphase etliche Fahrer vor mir stürzten und mich in meinem Vorwärtsdrang zurückbanden.



Trotzdem konnte ich Fahrer um Fahrer überholen und mich bis um den 25. Platz vorarbeiten. Leider machte mir das heisse Wetter zunehmend zu schaffen und die Kraft begann langsam zu schwinden.



Mit allem was ich hatte, kämpfte ich weiter und beendete die Hitzeschlacht auf dem 21. Schlussrang.


Nach den beiden letzten Top-Weltcuprennen hatte ich mir für diese Europameisterschaften etwas mehr erhofft. Das fehlende Rennglück in der ersten Runde, die mörderische Hitze und ein paar Details in meinem Rennen, machten es mir jedoch nicht einfacher, meine mir gesteckten Ziele zu erreichen.

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Swiss Cycling, die Trainer und den Staff, welche alles  unternommen haben, um uns Athleten die besten Bedingungen zu ermöglichen. Und natürlich herzliche Gratulation an alle Medaillengewinner - hopp Schwiiz!!!


Dienstag, 24. Juli 2018

Selektion für die Heim-Weltmeisterschaften in Lenzerheide!!!



Die harte Arbeit hat sich gelohnt..

Gestern hat Swiss Cycling die erste Tranche der Selektionen für die Weltmeisterschaften bekannt gegeben. Es freut mich ausserordentlich, dass ich die Schweiz an der Heim-WM in der Lenzerheide vertreten darf. Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung, welchen ich seit der Bekanntgabe der Heim-WM verfolge und auf diesen ich im bisherigen Saisonverlauf fokussiert hingearbeitet habe.

Die WM findet vom 6. - 9. September 2018 statt. Das Rennen der U23 Männer startet am Freitag, 7. September um 16.30 Uhr und wird von SRF2 Live übertragen. Über die lautstarke Unterstützung am Streckenrand würde ich mich ausserordentlich freuen.

Dienstag, 17. Juli 2018

Weltcup Vallnord (AND)

Was für eine Woche – was für ein Rennen!!!

Gleich am Folgetag nach dem Rennen in Val di Sole ging es weiter mit dem Flugzeug von Zürich nach Barcelona. Mit dem Mietwagen erreichten wir dann unser Ziel Pas de la Casa in Andorra. Auf 2081 M.ü.M. bereitete ich mich zusammen mit dem Nationalteam optimal auf das bevorstehende Rennen in Vallnord vor. In diesen Tagen erreichte mich zudem die erfreuliche Nachricht, dass ich von Swiss Cycling für die Europameisterschaften selektioniert wurde und in zwei Wochen die Schweizer Farben in Graz (AUT) vertreten darf! Darauf freue ich mich sehr.

Am Weltcup in Andorra wollte ich unbedingt an die tollen Leistungen von Val di Sole anknüpfen. Dank meiner gewonnenen Weltranglistenpunkte hatte sich meine Startposition weiter verbessert und ich stand auf 43 ein. Auf los ging es los. Doch bereits nach ein paar Metern musste ich eine Notbremsung einleiten, da der Fahrer vor mir aus dem Pedal rutschte und ich inmitten des Pulks nicht ausweichen konnte. So fand ich mich im hintersten Teil des Feldes wieder und ich dachte schon, jetzt wird's richtig hart. Also legte ich mich ins Zeug und begann das Feld von hinten aufzurollen. Nach der ersten Runde hatte ich mich bereits auf Position 47 vorgearbeitet, jedoch bereits eineinhalb Minuten Rückstand auf die Spitze. Ich fühlte mich super, das Feld hatte sich auch etwas gelichtet und nun gab es kein Halten mehr.





Mit sehr schnellen Rundenzeiten (bis zur 4. Schnellsten) ging es weiter vorwärts bis zu einer Gruppe, welche um die 17. Position kämpfte. In der vorletzten Runde merkte ich dann jedoch, dass langsam die Kräfte schwanden und ich musste abreissen lassen. Mit allem was ich noch hatte, fuhr ich mein Tempo bis zum Ziel. Dabei konnte ich noch drei weitere Fahrer überholen und mit dem 17. Schlussrang mein bisher bestes U23-Weltcup Ergebnis erneut übertreffen. Dass ich in den letzten 5 Runden lediglich eine Minute auf die Spitze verlor, stimmt mich weiter positiv bezüglich meiner Leistung.



An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an:
  • Swiss Cycling für den perfekten Support in den letzten drei Wochen im Höhentraining und den Weltcuprennen 
  • SRAM und DTswiss für den tollen Racesupport vor Ort und die Behebung der Defekte nach dem Training 
  • und natürlich Fehr Velos für die Top Bereitstellung meiner Bikes

Dienstag, 10. Juli 2018

Weltcup Val di Sole (ITA)

Direkt aus dem zweiwöchigen Höhentrainingslager mit dem Nationalkader im schönen St. Moritz ging es weiter zum Weltcup in Val di Sole (ITA). Die schnelle und harte Strecke gefiel mir vom Beginn weg sehr gut.


Der Start ins Rennen nahm ich engagiert in Angriff und passierte nach der Startrunde bereits auf Rang 37. In den folgenden zwei Runden arbeitete ich mich weiter nach vorne und kam in einer 5er Gruppe um die Ränge 21 bis 25 unter. Die Gruppe harmonierte jedoch nicht gut und es gab immer wieder Angriffe die gekontert wurden. Diesem kräfteraubenden Treiben wollte ich in der zweitletzten Runde ein Ende setzen und startete in einem Aufstieg einen entschlossenen Angriff. Zu meiner Freude folgte mir kein Fahrer aus der Gruppe. Das Tempo zog ich bis zum Schluss durch und erzielte den phantastischen 19. Schlussrang.




Mit meiner Performance und dem erreichen meiner ersten Top20 Klassierung im U23 Weltcup bin ich absolut happy.



Gleich am Folgetag sind wir mit dem Nationalteam weiter nach Barcelona und dann mit dem Auto nach Andorra gereist, wo am kommenden Sonntag bereits der nächste Weltcup Lauf im Skigebiet von Vallnord ansteht.

Dienstag, 26. Juni 2018

Schweizermeisterschaften, Andermatt

Schweizermeisterschaften sind - wenn die Medaillen zählen.

Unter diesem Moto wollte ich dieses Rennen bestreiten. Die guten Resultate der letzten Rennen und die guten Trainings gaben mir viel Selbstvertrauen. Zudem verbrachte ich bereits eine Woche im Engadin um mich an die Höhe zu gewöhnen.


Der Start gelang mir gut und ich kam um die 10. Position in den ersten Trail. Ganz vorne nutzten Vital und Filippo die Gelegenheit gleich ein Loch zum Rest des Feldes zu reissen. Mit schnellen Rundenzeiten arbeitete ich mich bis zur Rennhälfte an die Spitze, welche ab dann als Quartett unterwegs war. Das Tempo flachte jedoch etwas ab, was ich auf jeden Fall verhindern wollte. An den Aufstiegen drückte ich immer wieder ordentlich aufs Tempo in der Hoffnung, dass ich mich absetzen könnte.




Leider gelang mir dies nicht und die Gruppe schloss sich immer wieder zusammen. Da in den Flachen Passagen niemand richtig führen wollte, kam es dann leider so, dass zwei weitere Fahrer aufschliessen konnten.

In der zweitletzten Runde zündete Filippo dann den Turbo und weg war er. Leider musste ich auch Vital und Joris ziehen lassen und weg waren nun auch meine Medaillenträume. Meine Versuche, früher die Entscheidung zu suchen, hatten seine Spuren hinterlassen.

Zum Schluss resultierte ein 5. Rang. Eigentlich ein gutes Ergebnis aber zufrieden bin ich nicht. Es gibt mir jedoch Motivation, weiter hart zu arbeiten und an meinem Weg festzuhalten.

Gemischte Gefühle im Ziel...

Nun bin ich mit der Schweizer Nationalmannschaft zurück im Engadin, wo wir uns bei besten Bedingungen intensiv auf die kommenden beiden Weltcups vorbereiten.

Dienstag, 5. Juni 2018

Swiss Bike Cup, Gränichen

Nach den beiden intensiven Weltcuprennen stand letzten Sonntag bereits das HC Rennen in Gränichen auf dem Plan. Das hoch dotierte Rennen lockte neben den besten Schweizer Fahrern natürlich wiederum einige internationale Spitzenfahrer an und ich freute mich auf die Herausforderung. Meine Startposition in lediglich der vierten Startreihe deutete ebenfalls auf ein starkes Feld hin.

Der Startaufstieg auf der langen Teerstrasse gelang mir dann überhaupt nicht. Weit jenseits der 30. Position bog ich in den ersten Singletrail ein. Doch ich behielt die Ruhe und begann kontinuierlich Position um Position nach vorne zu fahren. Mit einem sehr guten Gefühl und zwei sehr schnellen Runden hatte ich bis nach der Rennhälfte den Anschluss an die Gruppe um den 5. Rang hergestellt.



In den folgenden Runden blieb das Tempo hoch und die Gruppe wurde immer kleiner. Da ich unbedingt den Sprung auf das Podium schaffen wollte, gab ich zu Beginn der letzten Runde auf dem langen Aufstieg nochmals alles, worauf auch der Neuseeländer Ben Oliver abreissen lassen musste. So ging ich mit dem Schweizer Joris Ryf und dem Deutschen Luca Schwarzbauer in die Entscheidung um den verbleibenden Platz auf dem Podium. Beim vorletzten Anstieg setzten meine beiden Konkurrenten dann jedoch ein zu hohes Tempo an. Nun fehlte mir die Power, die ich auf meiner Aufholjagt verbraucht hatte und ich musste sie leider ziehen lassen. So konnte ich mich darauf konzentrieren meinen 7. Rang sicher ins Ziel zu bringen.


Mit meiner Performance, dem Ergebnis und den gewonnenen Weltranglistenpunkten bin ich sehr zufrieden.
Nun folgt ein dreiwöchiger Trainingsblock, bevor es dann mit den Schweizermeisterschaften in Andermatt weiter geht.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Weltcup Nove Mesto (CZE) - oder wenn die Beine nicht drehen...

Nach zwei Arbeitstagen fuhr ich bereits am Mittwoch weiter zum nächsten Weltcup in Nove Mesto, wo ich nach den guten Rennen in Solothurn und Albstadt wiederum ein aktives Rennen fahren wollte. Ich freute mich auf die tolle Strecke und die vielen Fans am Streckenrand, die in Tschechien jeweils Vollgas geben.

Die wiederum rund 150 Fahrer wurden am Samstagnachmittag auf die staubtrockene Strecke geschickt.



Die Startrunde ist dabei recht lange und breit und bietet somit die Möglichkeit, im Feld nach vorne zu fahren. Das gelang mir noch recht gut. Ich merkte jedoch bereits jetzt, dass meine Beine keine Kraft auf die Pedalen brachte. Trotzdem gelang es mir immer wieder Fahrer zu überholen, doch auch von hinten gingen schnellere Fahrer an mir vorbei. Egal was ich versuchte. Der Flow, wie ich ihn in den vergangenen Rennen erlebt hatte, wollte einfach nicht eintreten. So ging es vier lange Runden und ich hing um die 55. Position fest.


Gegen Ende der vierten Runde lösten sich meine Beine dann endlich und es ging vorwärts. Jetzt genoss ich auch den ohrenbetäubenden Lärm der vielen Fans. Unglaublich diese Stimmung an einem U23 Weltcup Rennen.



Nach sechs harten Runden kam ich auf dem 46. Rang ins Ziel. Nicht das was ich erhofft habe doch solche Tage gibt es. Bereits am kommenden Sonntag bietet sich die nächste Chance am Swiss Bike Cup in Gränichen.

Montag, 21. Mai 2018

Weltcup Albstadt (GER) - Lust auf mehr...

Letzten Samstag startete auch ich im deutschen Albstadt in die Weltcup Saison. Der Kurs mit den vielen Höhenmeter sollte mir eigentlich liegen. Doch bei den bisherigen Teilnahmen konnte ich nie ein gutes Resultat einfahren. Immer war etwas - schlechte Beine, Defekte,... . Ich war also gespannt, ob es in diesem Jahr klappen würde.

Bei der ersten Streckenbesichtigung am Donnerstag war die Strecke vom vielen Regen extrem matschig. Die schwierigsten Passagen waren aus Sicherheitsgründen sogar gesperrt. Ich jedoch hatte Spass mit dem glitschigen Untergrund und hoffte, dass dies auch am Samstag so sein würde.

Zum Abschlusstraining vom Freitag hatte die Strecke etwas abgetrocknet. Trotzdem gab es sehr viele Stürze zu sehen. Ich konzentrierte mich auf mein Training und hatte ein super Gefühl dabei.

Am Samstag, rund 45 Minuten vor dem Start des U23 Rennens, hatte Petrus mich erhört und öffnete die Schleusen. Ich jubelte innerlich und stellte mich mit meiner Startnummer 68 ins Feld der rund 150 Fahrer. Dann ging es los. Doch bereits am Ende der Startgeraden ging ein Fahrer vor mir auf der nassen Strasse zu Boden. Nach einem kurzen Stopp ging es weiter und ich versuchte am Rande des Feldes immer wieder Plätze gut zu machen. Doch beim nächsten Engpass war es genau bis zum Fahrer vor mir flüssig - also runter vom Bike und laufen. Wenig später in den Abfahrten stürzten weitere Fahrer vor mir... Überall dort wo ein überholen möglich war, versuchte ich dies zu nutzen und den Schaden in Grenzen zu halten. Mit fasst zwei Minuten Rückstand auf die Spitze passierte ich als 65. nach der ersten Runde Start und Ziel.

Doch nun begann sich das Feld etwas zu lichten. Die Beine drehten super und ich tauchte in meinen Tunnel ein. Um mich herum nahm ich nur die vielen Anfeuerungsrufe wahr, was mich weiter motivierte. Mit schnellen Rundenzeiten (bis zur 15. Schnellsten) konnte ich Fahrer um Fahrer überholen.



Nach sechs Runden hatte ich mit dem 29. Schlussrang mein bestes Weltcup Ergebnis realisiert. Nur 13 Sekunden trennten mich vom angestrebten Rang in den Top25.

Leider hatte ich auf der Startrunde das nötige Rennglück nicht auf meiner Seite. Doch mit meiner anschliessenden Leistung bin ich absolut happy. Nun freue ich mich auf kommenden Samstag, wo es im tschechischen Nove Mesto bereits mit dem nächsten Weltcuplauf weiter geht.


Montag, 7. Mai 2018

Swiss Bike Cup, Solothurn



Wenn ein Foto alles über ein Rennen sagt…

... harter Kampf bis auf den letzten Meter.

Doch alles der Reihe nach. Letztes Wochenende stand der 3. Lauf des Swiss Bike Cup auf dem Programm. Dieser fand im Rahmen der Swiss Bikedays in Solothurn statt. Der lange Strassenanteil zwischen dem Festgelände und den Trails am Rande von Solothurn lässt jeweils Spielraum für ein taktisches Rennen. Um hier erfolgreich zu sein, muss man möglichst in der Spitzengruppe vertreten sein oder starke Beine für eine finale Aufholjagt haben.

Ich entschied mich für ersteres. Von Beginn weg hielt ich mich in der Spitzengruppe auf. Das klappte sehr gut, bis in der vierten von sechs Runden drei Fahrer im Aufstieg weg kamen. In der ebenfalls 3 köpfigen Verfolgergruppe konnten wir das Tempo hoch halten. Im Aufstieg in der letzten Runde hatten wir die 2. und 3. Platzierten sogar im Blickfeld. Jeder powerte mit dem was er noch in den Beinen hatte den Berg hoch. Leider machte sich vor mir eine kleine Lücke auf, welche ich in der folgenden Abfahrt beinahe wieder schliessen konnte. Auf dem Strassenstück zurück ins Ziel gab ich in der Manier eines Zeitfahrers nochmals alles, doch die Lücke wollte einfach nicht kleiner werden. Die beiden vor mir liegenden Fahrer fuhren perfekte Ablösungen und gaben mir somit keine Chance um aufzuschliessen. So beendete ich das harte und enge Rennen auf dem tollen 6. Rang.

Was mich noch mehr freut als der Rang ist die gute Performance und die kleinen Abstände. So fehlten auf den 2. Platzierten nur knapp 16 Sekunden oder auf den angestrebten Podiumsplatz gar nur 1.8 Sekunden. Mit einem guten Gefühl starte ich eine neue Trainingswoche, bevor am 19. und 26. Mai die ersten Saison Highlights mit den Weltcup Rennen von Albstadt (GER) und Nove Mesto (CZE) auf dem Programm stehen.

Dienstag, 1. Mai 2018

Deutsche Bundesliga, Heubach

Die Heubacher wissen, wie man einen Bikeevent veranstaltet. Bereits zum 18. Mal führten sie dieses Jahr diesen grossartigen Anlass durch. Bei schönstem Wetter strömten die Zuschauer in den kleinen Talkessel, der nebst den spannenden Rennen mit den vielen Marktständen, Teamzelten und der Hüpfburg für gross und klein einiges zu bieten hatte. Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung auf dem Festgelände und die Speaker heizten dem Publikum so richtig ein. Genau solche Rennen sind es, wieso ich diesen Sport so liebe.

Nach einer eher ruhigen Woche war ich gespannt, wie mein Körper auf die Belastung reagieren würde. Sechs mal musste der lange und steile Anstieg erklommen und die ebenso lange, in diesem Jahr sehr schnelle Abfahrt, hinunter geschossen werden.

Der Start, der in Heubach besonders wichtig ist (es führt lediglich ein kurzes Strassenstück um eine enge Kurve, bevor es in die Trails geht), gelang mir vom 17. Startplatz nicht ganz optimal. Trotzdem konnte ich mich im Laufe der ersten Runde auf der 11. Position einreihen. Die Basis für ein gutes Rennen war damit gelegt.




Die 2. Runde gelang mir dann recht gut, gefolgt von einem kleinen "Hänger" in der 3. Runde. Danach fand ich Unterschlupf in einer guten Gruppe und es ging wieder vorwärts. Gegen Ende der 4. Runde hatte ich wie aus dem Nichts einen platten Hinterreifen. Ich konnte es kaum glauben, denn ich war überall sauber durchgekommen. Dieser Vorfall riss mich etwas aus dem Rennen, wodurch ein starker Finish nicht mehr möglich war. So genoss ich die letzten, beiden Runden und beendete das Rennen auf dem 20. Rang.

Obwohl ich mir ein wesentlich besseres Ergebnis erhofft habe, hat sich die Reise nach Heubach auf jeden Fall gelohnt. Ich konnte ein solides Rennen fahren - lediglich der Exploit hat gefehlt. Es sind kleine Dinge, welche ich in der Vorbereitung und an den Rennen besser machen muss.

So reise ich zuversichtlich zu den kommenden Rennen. Das Nächste ist bereits am kommenden Samstag, wo der 3. Lauf des Swiss Bike Cup in Solothurn stattfindet.