Dienstag, 5. Juni 2018

Swiss Bike Cup, Gränichen

Nach den beiden intensiven Weltcuprennen stand letzten Sonntag bereits das HC Rennen in Gränichen auf dem Plan. Das hoch dotierte Rennen lockte neben den besten Schweizer Fahrern natürlich wiederum einige internationale Spitzenfahrer an und ich freute mich auf die Herausforderung. Meine Startposition in lediglich der vierten Startreihe deutete ebenfalls auf ein starkes Feld hin.

Der Startaufstieg auf der langen Teerstrasse gelang mir dann überhaupt nicht. Weit jenseits der 30. Position bog ich in den ersten Singletrail ein. Doch ich behielt die Ruhe und begann kontinuierlich Position um Position nach vorne zu fahren. Mit einem sehr guten Gefühl und zwei sehr schnellen Runden hatte ich bis nach der Rennhälfte den Anschluss an die Gruppe um den 5. Rang hergestellt.



In den folgenden Runden blieb das Tempo hoch und die Gruppe wurde immer kleiner. Da ich unbedingt den Sprung auf das Podium schaffen wollte, gab ich zu Beginn der letzten Runde auf dem langen Aufstieg nochmals alles, worauf auch der Neuseeländer Ben Oliver abreissen lassen musste. So ging ich mit dem Schweizer Joris Ryf und dem Deutschen Luca Schwarzbauer in die Entscheidung um den verbleibenden Platz auf dem Podium. Beim vorletzten Anstieg setzten meine beiden Konkurrenten dann jedoch ein zu hohes Tempo an. Nun fehlte mir die Power, die ich auf meiner Aufholjagt verbraucht hatte und ich musste sie leider ziehen lassen. So konnte ich mich darauf konzentrieren meinen 7. Rang sicher ins Ziel zu bringen.


Mit meiner Performance, dem Ergebnis und den gewonnenen Weltranglistenpunkten bin ich sehr zufrieden.
Nun folgt ein dreiwöchiger Trainingsblock, bevor es dann mit den Schweizermeisterschaften in Andermatt weiter geht.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Weltcup Nove Mesto (CZE) - oder wenn die Beine nicht drehen...

Nach zwei Arbeitstagen fuhr ich bereits am Mittwoch weiter zum nächsten Weltcup in Nove Mesto, wo ich nach den guten Rennen in Solothurn und Albstadt wiederum ein aktives Rennen fahren wollte. Ich freute mich auf die tolle Strecke und die vielen Fans am Streckenrand, die in Tschechien jeweils Vollgas geben.

Die wiederum rund 150 Fahrer wurden am Samstagnachmittag auf die staubtrockene Strecke geschickt.



Die Startrunde ist dabei recht lange und breit und bietet somit die Möglichkeit, im Feld nach vorne zu fahren. Das gelang mir noch recht gut. Ich merkte jedoch bereits jetzt, dass meine Beine keine Kraft auf die Pedalen brachte. Trotzdem gelang es mir immer wieder Fahrer zu überholen, doch auch von hinten gingen schnellere Fahrer an mir vorbei. Egal was ich versuchte. Der Flow, wie ich ihn in den vergangenen Rennen erlebt hatte, wollte einfach nicht eintreten. So ging es vier lange Runden und ich hing um die 55. Position fest.


Gegen Ende der vierten Runde lösten sich meine Beine dann endlich und es ging vorwärts. Jetzt genoss ich auch den ohrenbetäubenden Lärm der vielen Fans. Unglaublich diese Stimmung an einem U23 Weltcup Rennen.



Nach sechs harten Runden kam ich auf dem 46. Rang ins Ziel. Nicht das was ich erhofft habe doch solche Tage gibt es. Bereits am kommenden Sonntag bietet sich die nächste Chance am Swiss Bike Cup in Gränichen.

Montag, 21. Mai 2018

Weltcup Albstadt (GER) - Lust auf mehr...

Letzten Samstag startete auch ich im deutschen Albstadt in die Weltcup Saison. Der Kurs mit den vielen Höhenmeter sollte mir eigentlich liegen. Doch bei den bisherigen Teilnahmen konnte ich nie ein gutes Resultat einfahren. Immer war etwas - schlechte Beine, Defekte,... . Ich war also gespannt, ob es in diesem Jahr klappen würde.

Bei der ersten Streckenbesichtigung am Donnerstag war die Strecke vom vielen Regen extrem matschig. Die schwierigsten Passagen waren aus Sicherheitsgründen sogar gesperrt. Ich jedoch hatte Spass mit dem glitschigen Untergrund und hoffte, dass dies auch am Samstag so sein würde.

Zum Abschlusstraining vom Freitag hatte die Strecke etwas abgetrocknet. Trotzdem gab es sehr viele Stürze zu sehen. Ich konzentrierte mich auf mein Training und hatte ein super Gefühl dabei.

Am Samstag, rund 45 Minuten vor dem Start des U23 Rennens, hatte Petrus mich erhört und öffnete die Schleusen. Ich jubelte innerlich und stellte mich mit meiner Startnummer 68 ins Feld der rund 150 Fahrer. Dann ging es los. Doch bereits am Ende der Startgeraden ging ein Fahrer vor mir auf der nassen Strasse zu Boden. Nach einem kurzen Stopp ging es weiter und ich versuchte am Rande des Feldes immer wieder Plätze gut zu machen. Doch beim nächsten Engpass war es genau bis zum Fahrer vor mir flüssig - also runter vom Bike und laufen. Wenig später in den Abfahrten stürzten weitere Fahrer vor mir... Überall dort wo ein überholen möglich war, versuchte ich dies zu nutzen und den Schaden in Grenzen zu halten. Mit fasst zwei Minuten Rückstand auf die Spitze passierte ich als 65. nach der ersten Runde Start und Ziel.

Doch nun begann sich das Feld etwas zu lichten. Die Beine drehten super und ich tauchte in meinen Tunnel ein. Um mich herum nahm ich nur die vielen Anfeuerungsrufe wahr, was mich weiter motivierte. Mit schnellen Rundenzeiten (bis zur 15. Schnellsten) konnte ich Fahrer um Fahrer überholen.



Nach sechs Runden hatte ich mit dem 29. Schlussrang mein bestes Weltcup Ergebnis realisiert. Nur 13 Sekunden trennten mich vom angestrebten Rang in den Top25.

Leider hatte ich auf der Startrunde das nötige Rennglück nicht auf meiner Seite. Doch mit meiner anschliessenden Leistung bin ich absolut happy. Nun freue ich mich auf kommenden Samstag, wo es im tschechischen Nove Mesto bereits mit dem nächsten Weltcuplauf weiter geht.


Montag, 7. Mai 2018

Swiss Bike Cup, Solothurn



Wenn ein Foto alles über ein Rennen sagt…

... harter Kampf bis auf den letzten Meter.

Doch alles der Reihe nach. Letztes Wochenende stand der 3. Lauf des Swiss Bike Cup auf dem Programm. Dieser fand im Rahmen der Swiss Bikedays in Solothurn statt. Der lange Strassenanteil zwischen dem Festgelände und den Trails am Rande von Solothurn lässt jeweils Spielraum für ein taktisches Rennen. Um hier erfolgreich zu sein, muss man möglichst in der Spitzengruppe vertreten sein oder starke Beine für eine finale Aufholjagt haben.

Ich entschied mich für ersteres. Von Beginn weg hielt ich mich in der Spitzengruppe auf. Das klappte sehr gut, bis in der vierten von sechs Runden drei Fahrer im Aufstieg weg kamen. In der ebenfalls 3 köpfigen Verfolgergruppe konnten wir das Tempo hoch halten. Im Aufstieg in der letzten Runde hatten wir die 2. und 3. Platzierten sogar im Blickfeld. Jeder powerte mit dem was er noch in den Beinen hatte den Berg hoch. Leider machte sich vor mir eine kleine Lücke auf, welche ich in der folgenden Abfahrt beinahe wieder schliessen konnte. Auf dem Strassenstück zurück ins Ziel gab ich in der Manier eines Zeitfahrers nochmals alles, doch die Lücke wollte einfach nicht kleiner werden. Die beiden vor mir liegenden Fahrer fuhren perfekte Ablösungen und gaben mir somit keine Chance um aufzuschliessen. So beendete ich das harte und enge Rennen auf dem tollen 6. Rang.

Was mich noch mehr freut als der Rang ist die gute Performance und die kleinen Abstände. So fehlten auf den 2. Platzierten nur knapp 16 Sekunden oder auf den angestrebten Podiumsplatz gar nur 1.8 Sekunden. Mit einem guten Gefühl starte ich eine neue Trainingswoche, bevor am 19. und 26. Mai die ersten Saison Highlights mit den Weltcup Rennen von Albstadt (GER) und Nove Mesto (CZE) auf dem Programm stehen.

Dienstag, 1. Mai 2018

Deutsche Bundesliga, Heubach

Die Heubacher wissen, wie man einen Bikeevent veranstaltet. Bereits zum 18. Mal führten sie dieses Jahr diesen grossartigen Anlass durch. Bei schönstem Wetter strömten die Zuschauer in den kleinen Talkessel, der nebst den spannenden Rennen mit den vielen Marktständen, Teamzelten und der Hüpfburg für gross und klein einiges zu bieten hatte. Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung auf dem Festgelände und die Speaker heizten dem Publikum so richtig ein. Genau solche Rennen sind es, wieso ich diesen Sport so liebe.

Nach einer eher ruhigen Woche war ich gespannt, wie mein Körper auf die Belastung reagieren würde. Sechs mal musste der lange und steile Anstieg erklommen und die ebenso lange, in diesem Jahr sehr schnelle Abfahrt, hinunter geschossen werden.

Der Start, der in Heubach besonders wichtig ist (es führt lediglich ein kurzes Strassenstück um eine enge Kurve, bevor es in die Trails geht), gelang mir vom 17. Startplatz nicht ganz optimal. Trotzdem konnte ich mich im Laufe der ersten Runde auf der 11. Position einreihen. Die Basis für ein gutes Rennen war damit gelegt.




Die 2. Runde gelang mir dann recht gut, gefolgt von einem kleinen "Hänger" in der 3. Runde. Danach fand ich Unterschlupf in einer guten Gruppe und es ging wieder vorwärts. Gegen Ende der 4. Runde hatte ich wie aus dem Nichts einen platten Hinterreifen. Ich konnte es kaum glauben, denn ich war überall sauber durchgekommen. Dieser Vorfall riss mich etwas aus dem Rennen, wodurch ein starker Finish nicht mehr möglich war. So genoss ich die letzten, beiden Runden und beendete das Rennen auf dem 20. Rang.

Obwohl ich mir ein wesentlich besseres Ergebnis erhofft habe, hat sich die Reise nach Heubach auf jeden Fall gelohnt. Ich konnte ein solides Rennen fahren - lediglich der Exploit hat gefehlt. Es sind kleine Dinge, welche ich in der Vorbereitung und an den Rennen besser machen muss.

So reise ich zuversichtlich zu den kommenden Rennen. Das Nächste ist bereits am kommenden Samstag, wo der 3. Lauf des Swiss Bike Cup in Solothurn stattfindet.

Dienstag, 24. April 2018

Ötztaler Mountainbike Festival, Haiming (AUT)

Vor dem letzten Rennwochenende habe ich mich lange gefragt an welchem Rennen ich teilnehmen soll. Am Swiss Bike Cup in Schaan, der mir von der Topologie sehr entgegen kommt, oder am Ötztaler Mountainbike Festival in Haiming auf einer meiner Lieblingsstrecken. Ich habe mich dann für Haiming entschieden, da ich das Rennen liebe und ich mir hier mehr Weltranglistenpunkte erhoffte.

Das Starterfeld in Haiming war mit knapp 40 Fahrer zwar nicht so gross, doch es hatten sich einige starke Fahrer aus ganz Europa angemeldet. Der Start gelang mir mit meiner Startnummer 14 dann leider nicht wunschgemäss. Bis zum ersten Trail konnte ich mich nicht durchsetzen. Der obligate Stau warf mich etwa auf Position 15-20 zurück. Danach kam ich jedoch immer besser in Fahrt und arbeitete mich kontinuierlich nach vorne. In der dritten Runde war ich bis auf 10 Sekunden am 5. Platzierten dran. Alles lief nach Plan...





Doch plötzlich ging nichts mehr. Als ob mir jemand den Stecker gezogen hätte, hatte ich plötzlich keine Kraft mehr in den Beinen und zunehmend Rückenschmerzen. Ich brachte keine flüssige Fahrt mehr auf den verwinkelten Kurs. Die verbleibenden 3 Runden versuchte ich alles, musste jedoch Fahrer um Fahrer an mir vorbei ziehen lassen. Im Ziel blieb mir der 13. Schlussrang und ein grosses Fragezeichen. Woher kommt das plötzlich?

Nach dem Ausrollen, dem Duschen und etwas Abstand musste ich mir eingestehen, dass ich meinem Körper in den letzten Wochen mit hartem Training und den Rennen etwas zu viel zugemutet habe. Bereits am Vorabend vor dem Rennen habe ich mich nach dem Training müde gefühlt, was ich sonst eigentlich nicht bin. Nun steht somit eine ruhigere Woche mit viel Regeneration auf dem Programm, bevor es am Sonntag in Heubach wieder zur Sache geht. Ich freue mich jetzt schon auf die super Stimmung und den tollen Event in Deutschland.

Trotz allem den Spass nicht verlieren!

Dienstag, 10. April 2018

Swiss Bike Cup #1, Rivera

Letzten Sonntag startete der Swiss Bike Cup mit dem ersten Lauf in Rivera. Auf der technischen Strecke kämpfte in der Kategorie U23 ein beachtliches Feld von rund 80 Fahrer um eine gute Platzierung.

Nach einer Ruhewoche (jedoch mit vielen Arbeitsstunden) brauchten meine Beine fast zwei der sechs Runden, bevor sie die Arbeit aufnahmen. Trotzdem war ich auf dem 10 Zwischenrang unterwegs und hatte keinen grossen Abstand zu den Top 5.


Just als ich zu den vor mir liegenden Fahrer aufgeschlossen hatte, bemerkte ich kurz nach der Tech-Zone, dass ich am Hinterrad einen Platten eingefangen hatte. So musste ich die Fahrer leider wieder ziehen lassen und teilweise rennend zur nächsten Zone gelangen. Dadurch verlor ich natürlich viel Zeit und mein Rhythmus war auch dahin.

Der 20. Rang ist zwar eine grosse Enttäuschung aber die nächste Chance kommt in Kürze.


Dienstag, 27. März 2018

Argovia Cup Lostorf - unerwarteter Platz auf dem Podest

Eigentlich war alles anders geplant: Zur Zeit im Aufbautraining für die wichtigen Rennen der Saison, hatte ich schon eine harte Trainingswoche hinter mir. Da ich am Sonntag sowieso ein Intervalltraining auf dem Programm hatte, entschied ich mich am Sonntagmorgen, stattdessen das Rennen in Lostorf zu bestreiten. Zudem wollte ich mein neues Rennbike ausprobieren und die neuen Pneus testen. Da viele der Schweizer Top U23-Fahrer und einige gute Elitefahrer vertreten waren, hatte ich mir keine allzu hohen Ziele gesetzt.

Als nachgemeldeter Fahrer musste ich das Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen. (Wieso dies für einen in der Weltrangliste klassierten Fahrer so ist, verstehe ich nicht wirklich. Andererseits werde ich bei den Weltcuprennen auch weiter hinten starten - so konnte ich diese Situation gleich trainieren.) Obwohl nur rund 40 Fahrer am Start waren, brauchte ich eine Runde, um zur ersten Verfolgergruppe vor zu fahren. Weiter vorne fuhr Nick Burki, der sich gleich nach dem Start abgesetzt hatte. Da die Verfolgergruppe nicht richtig harmonierte und ich immer wieder für die Führungsarbeit zuständig war, verschärfte ich in der dritten Runde am Aufstieg das Tempo und war etwas erstaunt, dass mir kein anderer Fahrer folgte.

Foto: Aline Krähemann

Jetzt war mein Kampfgeist endgültig erwacht. Ich hielt das Tempo hoch und schloss zu Nick auf. In der 7. und letzten Runde versuchte ich am Aufstieg einen Angriff – kam aber nicht weg. In der Abfahrt vor dem Ziel erwischte ich eine Kurve nicht ganz sauber und Nick hatte sofort einen kleinen Vorsprung, den er bis ins Ziel nicht mehr her gab.

Glücklich im Ziel!

Dass es für einen Podestplatz reichen würde, hätte ich absolut nicht gedacht. Mit dem zweiten Rang und meinem neuen Rennbike von Fehr Velos bin ich super happy.

Sonntag, 11. März 2018

Saisoneröffnung auf Zypern

Bereits zum dritten Mal verbrachte ich die zweite Februarhälfte für die Saisonvorbereitung auf Zypern. Neben den Trainings stellte die Teilnahme an den Elite-Rennen des Cyprus Sunshine Cups das Highlight dar. Für das vier-tägige Etappenrennen hatten sich viele Top-Fahrer angemeldet, denen dies als letzter Formtest für den Weltcup-Auftakt in Südafrika vom 10. März 2018 diente.

Zwei Tage nach der Ankunft ging es los: Den kurzen Prolog ging ich mit Vorsicht an, um nicht bereits zu Beginn einen Sturz oder Defekt zu riskieren. Das ging ganz gut, doch im Ziel merkte ich, dass mein Kettenblatt nur noch mit einer Schraube an der Kurbel befestigt war und ich die restlichen drei Schrauben verloren hatte. In meinen Gedanken sah mich bereits wieder nach Hause fliegen....
Doch glücklicherweise fanden wir mit Hilfe von anderen Fahrern und Fahrerinnen und einem Tipp vom Organisator in Limassol den Bikeshop "Bikes 33", der die benötigten Spezialschrauben zu meiner Leistungsmesskurbel hatte. Ohne diese wäre meine Teilnahme an den Rennen bereits vorbei gewesen.



Am zweiten Renntag mit einem Marathon über rund 52km und 2150hm fand ich schnell meinen Rhythmus und konnte diesen bis zum Schluss durchziehen. Als ich am Schlussaufstieg auch noch diverse Spitzenfahrer ein- und überholen konnte, war der Tag gerettet. Der 18. Rang im Feld der knapp 100 Fahrer freute mich sehr.

Trotz der Anstrengung den Spass nicht verlieren :-) - zusammen mit Pierre de Froidmont.

Der dritte Renntag mit einem Marathon über rund 63km und 2000hm startete auch gemäss meinem Geschmack. Ich fühlte mich sehr gut und konnte in der ersten Rennhälfte in der grossen Spitzengruppe mit Fahrern wie Jaroslav Kulhavy, Lars Forster oder Titouan Carod mitgehen. Ein tolles Gefühl! Beim Aufstieg zum höchsten Punkt wurde dann das Tempo weiter verschärft und ich musste abreissen lassen. Auf den letzten Kilometern regnete es wie aus Kübeln und es wurde kalt - das hatte ich bisher auf Zypern noch nicht so erlebt. Obwohl mir langsam die Kräfte schwanden, erreichte ich den 21. Tagesrang, womit ich sehr zufrieden war.

Nach dem Start gut positioniert...

Durch die tollen Trails mit den Schweizern Lars Forster und Reto Indergand.

Das abschliessende Cross Country Rennen ging ich dann verhalten an. Ich wollte verhindern, dass ich wie in den Vorjahren nach Rennhälfte einbrach. Das Tempo im Feld war jedoch enorm und hier zeigte sich klar, welche Fahrer bereits intensiv für die Teilnahme am Weltcup trainiert hatten.
In der letzten Runde gab ich alles und konnte dabei diverse Fahrer überholen. Mit dem 27. Tagesrang und dem guten 22. Rang in der Gesamtwertung ging das Etappenrennen zu Ende.



Die zweite Woche blieb ich alleine auf Zypern, um nochmals bei guten Bedingungen intensiv zu trainieren. Zudem nahm ich am C1 Rennen von Amathus in Limassol teil. Da ich mit meinen 20 Jahren noch keinen Mietwagen fahren darf, musste ich jeweils zum Training und zum Rennen 26km zum Austragungsort fahren und danach wieder zurück. Für das Rennen hatte ich auch keinen Betreuer, was ein ungewohntes Erlebnis war. Trotzdem erzielte ich den 11. Rang und nahm damit einige Weltranglistenpunkte nach Hause.


Nach diesen beiden anstrengenden und erlebnisreichen Wochen hatte ich mir nach dem Rückflug eine Ruhewoche verdient :-). Nun geht es mit dem Formaufbau weiter, um in vier Wochen für den ersten Lauf des Swiss Bike Cup im Tessin bereit zu sein.


Dienstag, 23. Januar 2018

Am Limit - Snow Bike Festival in Gstaad

Wie letztes Jahr eröffnete ich meine Bikesaison 2018 am Snow Bike Festival in Gstaad. Während an der letztjährigen Austragung vier Tage blauer Himmel und Sonnenschein, sowie tiefe Temperaturen für ideale Bedingungen sorgten, forderte diesmal Regen bis in die tiefen Lagen alles von den Teilnehmern und Organisatoren ab.

Der Prolog - ein Einzelzeitfahren - hatte es bereits in sich. Nach den Amateuren, den Schülern und den UCI Elite Frauen durften endlich die über 50 UCI Elite Herren über die bereits recht ramponierte und aufgeweichte Strecke von gut 8 Kilometer fahren. Das heisst: die ersten Startenden fuhren noch. Je später der Start erfolgte, desto mehr musste gelaufen werden, denn die Schneepiste zerfiel förmlich. Da nach der Startnummer absteigend gestartet wurde, kam ich mit meiner Startnummer 8 als einer der letzten an die Reihe. Ich gab alles, doch mehr als Rang 30 und über 7 Minuten Rückstand auf den Schnellsten auf dieser kurzen Strecke war nicht drin. Ich konnte es kaum glauben und dachte, dass es nur besser werden würde. Dass ich mich täuschen würde, wusste ich zum Glück erst am kommenden Abend.

Start zum Prolog.

Auch an der ersten Etappe über 30 Kilometer war es immer noch warm und es regnete weiter. Die Strecke hatte ich von der letzten Austragung noch im Kopf und meine Strategie hatte ich mir zurechtgelegt, wie ich die verlorene Zeit vom Vortag wieder wett machen könnte. Doch bereits kurz nach dem Start ging die Lauferei wieder los. Auf den einfachsten Wegen ging es nicht mehr. Als später am Aufstieg zum höchsten Punkt eine Teerstrasse auf uns wartete, konnte ich endlich Gas geben. Doch die Freude währte nicht lange und schon musste wieder auf dem Schnee zu Fuss den Berg hoch und auf der anderen Seite ein Grossteil wieder hinunter gerannt werden. In den harten und nassen Bikeschuhen fing ich mir blutige Fersen ein und konnte kaum mehr gehen. Am Schluss war ich 1 Stunde und 15 Minuten (rund 2/3 der Gesamtzeit) gerannt und hatte mir als 31. einen weiteren, riesigen Rückstand eingehandelt. Ein vorderer Rang in der Gesamtwertung war somit weg.

So machte es keinen Spass mehr (Foto: Annina Ryf)

Am Samstag war es dann endlich kalt geworden und es hatte geschneit. Doch ich traute der Sache nicht. Da ich bei weiteren langen Laufpassagen mit meinen offenen Fersen aufgeben müsste, wollte ich mit dem Fat Bike starten. Noch auf der Startlinie lies ich mich jedoch von meinem Vater überzeugen, es doch mit dem Rennbike zu wagen. Dies war dann genau die richtige Entscheidung. Die Organisatoren hatten in der Nacht alles gegeben und eine tolle Strecke präpariert. Obwohl ich es dosiert anging, lief es super und es machte zum ersten Mal richtig Spass. Ein toller 6. Rang und ein Sprung auf den 18. Rang in der Gesamtwertung war der Lohn.

Die letzte Etappe musste dann von den Organisatoren in Folge weiterer heftiger Regenfälle gekürzt und bis auf einige Abfahrten auf Skipisten auf die Strasse verlegt werden. Das freute mich sehr und ich wollte zum Abschluss den Sprung auf das Podest schaffen. Da nur noch 17 Kilometer und rund 350 Höhenmeter zu fahren waren, war das Tempo vom Start weg enorm hoch. Zusammen mit Nicola Rohrbach konnte ich mich schnell absetzen - musste ihn später jedoch ziehen lassen. In der letzten Abfahrt über Schnee schloss dann David List zu mir auf und ging ein paar Sekunden vor mir auf die letzten Kilometer. Wenig später war ich wieder dran. Da ich wusste, dass die letzten rund 200 Meter vor dem Ziel wieder gerannt werden musste und ich mit meinen Füssen keine Chance hatte, versuchte ich erst gar nicht zu taktieren. Ich gab einfach nur Gas und versuchte mit David im Windschatten so viel Sekunden wie möglich heraus zu fahren um in der Gesamtwertung noch etwas nach vorne zu kommen. Und so kam es auch. Mit dem 3. Rang in der Schlussetappe und dem 15. Rang in der Gesamtwertung ging das Snow Bike Festival für mich zu Ende.

Das Podest der Schlussetappe mit dem 2. David List und dem Sieger Nicola Rohrbach.

Ramon Lauener bitte zum Interview :-)
Wenn man die Ergebnisse der ersten beiden Tage betrachtet, hat das Snow Bike Festival für mich noch gut geendet. Obwohl ich mit höheren Erwartungen nach Gstaad gereist bin, habe ich mein Minimalziel eines 18. Ranges und dem Gewinn von 20 Weltranglistenpunkte erreicht. Diese berechtigen mich zur Teilnahme an den Weltcuprennen im 2018.

Montag, 1. Januar 2018

Happy new Year !!!

Ich wünsche euch allen ein gutes, neues Jahr!

Für mich ist das neue Jahr bereits ein "Happy new Year"...

Wie viele von euch sicher bereits wissen, habe ich das jb BRUNEX Felt Team nach vier Jahren verlassen. Neben absoluten Highlights, wie zum Beispiel dem Gewinn des Vizeschweizermeistertitels bei den Junioren, musste ich vor allem in den letzten beiden Jahren vermehrt Tiefschläge verkraften. Irgendwie ging es nicht mehr vorwärts, worunter zunehmend auch die Moral litt. Ich habe mich dann entschieden, auf die kommende Saison einiges zu ändern.

Ich freue mich riesig, dass ich dieses Jahr von Andy Fehr, Fehr Velos Riedt bei Erlen, grosszügig und mit viel Herzblut unterstützt werde. In seinen Teamfarben habe ich in der Zeit als Nachwuchsfahrer meine erste Medaille an Schweizer Meisterschaften gewonnen. An diesen Erfolg möchte ich im 2018 wieder anknüpfen. Dafür gebe ich alles und trainiere eisern.



Kurz vor Weihnachten bin ich aus meinen Trainingswochen auf Gran Canaria zurückgekehrt, wo ich zusammen mit Thom Litscher hervorragend an der Basis für 2018 arbeiten konnte. Nach eher ruhigeren Festtagen geht es nun Schlag auf Schlag Richtung Saison 2018, welche ich bereits am 18. Januar mit der Teilnahme am Snow Bike Festival in Gstaad eröffnen werde.

Montag, 18. Dezember 2017

Top Bikes zum fairen Preis zu verkaufen

Auf Grund meines Teamwechsels verkaufe ich meine Top Rennbikes von Felt. Die Inserate findet ihr unter folgenden Links:

- Felt C1 Hardtail: www.velomarkt.ch/veloboerse.php?catid=6&subcatid=74&adid=315211 (verkauft)

- Felt Edict FRD: www.velomarkt.ch/veloboerse.php?catid=6&subcatid=74&adid=315212 (verkauft)

Sonntag, 17. September 2017

Neues Rennformat und coole Strecke

Das Rennen der deutschen Bundesliga in Titisee-Neustadt war in vieler Hinsicht etwas besonderes. Es wurde als Test mit einer verkürzten Renndauer von knapp einer Stunde und kürzerer Runde mit rund 3 Kilometer durchgeführt. Die Strecke mit einem hohen Trailanteil hatte es jedoch mit knapp 150 Höhenmeter in sich. Zudem wurden die Elite- und U23-Fahrer am Samstagabend zusammen auf die Strecke geschickt und gewertet.

Das Teilnehmerfeld mit den deutschen Grössen wurde unter anderem ergänzt um den U23-Weltmeister und dem Elite-Europameister. Obwohl ich mit einer abklingenden Erkältung anreiste, hatte ich mir einiges vorgenommen..


Spezieller Start den Auslaufhügel der Sprungschanze hoch

Beim Start auf der Sprungschanze kam ich erst mal schlecht weg. Die ersten Pedalumdrehungen drehte mein Hinterrad im tiefen Dreck nur durch. So fand ich mich auf etwa der 35-igsten Position wieder und ich dachte schon das Rennen wird nichts mehr. Im folgenden Strassenaufstieg bis zum ersten Trail kam ich dann aber kraftvoll vorwärts und reihte mich auf der 9. Position ein. Na das war doch super und so konnte das Rennen so richtig los gehen.





Die folgenden Runden waren dann ein harter Kampf auf der tollen Strecke mit vielen Positionswechseln. Die Beine waren super doch leider bekam ich auf Grund meiner Erkältung mit der Dauer des Rennens Probleme mit der Atmung. Die kalte Luft brachte zudem meine Augen zum tränen, was die technischen Passagen im immer dunkler werdenden Wald nicht einfacher machte.

Für mein Resultat musste ich definitiv an meine Grenzen gehen...

Doch es war ein super Rennen mit toller Stimmung, das ich auf dem 12. Rang (5. Rang U23), lediglich 2.40 Minuten hinter dem Sieger Samuel Gaze (NZL), beenden konnte. So machen Bikerennen Spass!

Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden und freue mich bereits auf das Saisonabschlussrennen vom kommenden Wochenende anlässlich des Swiss Bike Cups in Lugano.

Ganz herzlichen Dank an Volker Kämmlein für die Unterstützung in der Techzone und Joe und Lisa für die Anfeuerungsrufe auf der Strecke!


Montag, 11. September 2017

Schritt für Schritt

Nachdem ich mir am Weltcup in Canada eine Bänderverletzung im Fuss zugezogen hatte, arbeite ich jeden Tag hart, um wieder zurück zu meiner Form zu finden. Schweren Herzens verzichtete ich auf den Weltcup in Val di Sole. Auch eine Teilnahme am Swiss Epic machte unter diesen Umständen keinen Sinn.

Stattdessen nahm ich an den EKZ Rennen in Uster und Egg teil. Während es in Uster zu einem 5. Rang reichte, konnte ich gestern beim Finale in Egg eine tolle Leistung abrufen und souverän gewinnen. Es machte viel Freude mich wieder auf Augenhöhe mit anderen Fahrern duellieren zu können. Auch wenn noch nicht alles klappt wie gewünscht, so sind es diese Rennen, die mich Schritt für Schritt weiter bringen.



Nun freue ich mich auf mein nächstes Rennen und einen coolen Event beim Bundesligarennen in Titisee-Neustadt.

Sonntag, 13. August 2017

Vieles läuft - aber nicht immer nach Plan.

Die letzten 5 Wochen waren entscheidend in der Saison 2017. Motiviert und zuversichtlich nahm ich sie in Angriff.


Weltcup Lenzerheide
Bereits am Weltcup in Andorra habe ich gemerkt, dass meine Form ansteigend ist. Technische Probleme verhinderten ein gutes Ergebnis. Dies sollte sich am Heimweltcup ändern. In der Startaufstellung suchte ich mir die linke Seite aus. Der Start gelang mir hervorragend, doch nach rund 100 Meter riss einem Fahrer vor mir die Kette und er stürzte.

Gleich knallt's... (Foto: EGO-Promotion) 

Ich steckte in einem riesigen Durcheinander, während auf der rechten Seite das Feld vorbei schoss. Schnell hatte ich mich entflechtet und versuchte am Startaufstieg den Schaden in Grenzen zu halten. Doch auf halber Strecke flog ein weiterer Fahrer vor mir in die Absperrung und ich musste erneut abbremsen. Dasselbe passiert nach weiterer Beschleunigung abermals. So erreichte ich als einer der letzten Fahrer des Feldes den ersten Singletrail, vor dem sich natürlich der bekannte Stau gebildet hatte. An ein gutes Resultat war zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr zu denken.

(Foto: EGO-Promotion)

Obwohl ich in der ersten Runde nochmals alles versuchte, ging es kaum vorwärts. Ab dem Zeitpunkt war das Rennen gelaufen – mein Kopf und meine Beine machten nicht mehr mit. Eine erneute Niederlage gab es zu verarbeiten.



Schweizermeisterschaften Montsevelier
Eine Woche später stand bereits der nationale Höhepunkt auf dem Programm. Die Lenzerheide hatte ich abgehakt und ich wollte hier ein aktives Rennen zeigen. Da ich aus Erfahrung weiss, dass an Meisterschaften alles passieren kann, wollte ich möglichst lange um die Medaillen mitkämpfen. Da nur diese zählen war das Motto alles oder nichts. Von Beginn weg konnte ich mich auf der sehr guten 6. Position mit wenig Abstand auf den 3. Rang festkrallen.

Mit vollem Speed einem guten Ergebnis entgegen... (Foto: EGO-Promotion)

Ich kämpfte mit allem was ich hatte doch auf der letzten Runde gingen mir etwas die Kräfte aus. So musste ich noch drei Fahrer passieren lassen und beendet das Rennen auf dem tollen 9. Rang. Noch selten habe ich mich über einen 9. Rang so gefreut. Der Abstand zur Spitze war gering und ich merkte, wo ich noch an mir arbeiten musste.

Da ich nicht für die Europameisterschaften qualifiziert war, nutzte ich die kommenden zwei Wochen für eine harte Trainingsphase. Die darin erzielten Leistungsmessdaten stimmten mich weiter sehr positiv. Es ging weiter aufwärts und ich war bereit für mein erstes Rennen in Übersee.



Weltcup Mont Sainte Anne (CAN)
Nach einem kurzweiligen Flug und einer 4 stündigen Autofahrt erreichten wir am Dienstag vor dem Rennwochenende unser Quartier in Mont Sainte Anne. Am Donnerstag wurde ausgiebig auf der sehr anspruchsvollen Strecke trainiert und die schnellsten Linien gesucht. Es machte richtig Spass.

Ganz schön knifflig... (Foto: Jürgen Grünwidl)

Alles lief perfekt bis auf die letzte Abfahrt. An einer Felspassage, welche ich schon mehrmals gefahren war, stimmte plötzlich das Timing nicht ganz und ich touchierte mit dem Hinterrad einen Stein. Dies katapultierte mich von der Strecke. Da ich mit einem Fuss nicht mehr rechtzeitig aus dem Klick kam, hing natürlich noch das Bike daran. Bei der Landung riss es mir den Fuss zur Seite und damit auch meine Bänder im Fussgelenk. Mit dick geschwollenem und Blut unterlaufenem Fuss beendete ich das Training. Die Schmerzen waren höllisch und ich musste mich mit dem Gedanken befassen, dass ich wahrscheinlich das Rennen nicht bestreiten konnte.

Die folgende Nacht konnte ich kaum schlafen. Den Freitag verbrachte ich mit kühlen des Fusses. Am Samstag sollte ein Training auf der Strecke zeigen, ob ich am Sonntag an den Start gehen kann. Ich war schon happy, dass ich den dick geschwollenen und getappten Fuss in den Schuh brachte. Das Training klappte dann erstaunlich gut. Ich hoffte einfach, dass ich im Rennen nicht laufen musste, weil dies nur sehr langsam und schlecht ging.

So stand ich am Sonntagvormittag nun tatsächlich und überglücklich am Start. Der Start, den langen und immer steiler werdenden Anstieg hoch, klappte dann überhaupt nicht. Ich gab alles aber es ging irgendwie nicht vorwärts. Auch in den technischen Passagen merkte ich dann, dass mich die fehlende Stabilität im Fuss sehr stark handicapierte. Der vor dem Rennen niedergegangene Regen machte die Sache noch viel schwieriger. Im Laufe des Rennens ging es dann jedoch immer besser, doch ich war weit weg von meiner möglichen Performance.

(Foto: EGO-Promotion)

Erstaunlich war, dass ich das Rennen ohne in der 80% Regel vorzeitig aus dem Rennen genommen zu werden, zu Ende fahren konnte und unter diesen Umständen guter 35. wurde. Nicht auszudenken was wirklich möglich gewesen wäre. Doch es hilft nicht dieser entgangenen Chance nachzutrauern. Canada war auf jeden Fall eine Reise wert.

Zurück zu Hause geht es nun darum, sich mit der Situation zu arrangieren und den bestmöglichen Weg zu finden, um sich für die letzten Rennen der Saison vorzubereiten.

Dienstag, 4. Juli 2017

Meine letzten Wochen...

Einige Wochen sind vergangen seit meinem letzten Eintrag. Da ich viel auf Achse war, fasse ich die Zeit mit diesem Bericht zusammen.

Swiss Bike Cup, Gränichen
Für dieses Rennen hatte ich mir nach den Erfahrungen der letzten Rennen keine Ziele gesetzt. Ich wollte einfach wieder mit Freude ein Rennen bestreiten und ein gutes Gefühl mitnehmen. Dies gelang mir recht gut. Im sehr gut besetzten, internationalen Feld lag ich lange in Tuchfühlung mit den Punkteberechtigten Top 15, ehe mir in der letzten Runde die Energie aus ging. Der 21. Rang war eher nebensächlich für mich.



Höhentrainingslager mit der Nationalmannschaft, St. Moritz / Andermatt
Auf diese zweieinhalb Wochen habe ich mich lange gefreut. Zusammen mit der Elite und U23 Nationalmannschaft verbrachten wir bei besten Bedingungen und toller Stimmung eine gute Zeit. Physisch und Mental konnte ich meine Batterien wieder aufladen und Abstand gewinnen. Da konnte auch ein Trainingssturz, bei dem ich meinen bereits operierten Ellbogen erneut aufriss und nähen musste, nichts anhaben. Die kurze Zeit ohne Biketraining überbrückte ich mit Berglauf und Krafttraining. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Nationalcoach Bruno Diethelm, Swiss Cycling und St. Moritz für das top organisierte Trainingslager.

Copyright: St. Moritz Tourismus, Foto: Filip Zuan


Swiss Bike Cup, Andermatt
Innerhalb des Höhentrainingslagers nahm ich auch am Swiss Bike Cup in Andermatt teil. Es sollte eher als hartes Training und Vorbereitung auf den nächsten Weltcup dienen, denn die Vorbereitung mit zwei harten Trainingswochen waren sicher nicht optimal. Auf der einzigartigen Strecke fand ich mich dann schnell zurecht. Trotz Müdigkeit konnte ich ein aktives Rennen zeigen, was mit einem tollen 8. Rang belohnt wurde.



Weltcup, Andorra
Nach dem Rennen in Andermatt blieb ich noch zwei Tage mit Swiss Cycling auf dem Furka, um dann mit einem Abstecher von zu Hause aus direkt nach Vallnord in Andorra weiter zu reisen. Mit guten Erinnerungen von der letzten Teilnahme und neuem Selbstvertrauen aus dem Trainingslager ging ich gut ins Rennen. Nach den bekannten Engpässen in der ersten Runde konnte ich mit kraftvollen Beinen in die Top 40 vorstossen.




Leider bekam ich in der zweiten Runde Probleme mit der Schaltung, welche nach einer Unkonzentriertheit und dem folgenden Ausrutscher/Sturz noch schlimmer wurden. Zwei Mal fiel mir die Kette hinter die Kassette und ich musste sie wieder eingelegen. Einmal an der steilsten und längsten Stelle. Da war ein anfahren nicht mehr möglich und ich musste den ganzen Anstieg hoch rennen. Nach einem Stopp in der Tech Zone funktionierte die Schaltung wieder besser (vielen Dank an Simon South für den Support) doch ich war hoffnungslos zurück gefallen. Mit zwei schnellen Runden beendete ich das Rennen auf Rang 76 - mehr war nicht mehr möglich.

Das letzte Rennen ist bereits abgehakt. Mit viel Zuversicht steige ich bereits am kommenden Wochenende in der Lenzerheide ins nächste Weltcup Rennen.


Dienstag, 30. Mai 2017

Weltcup Albstadt (GER)

Das zweite Weltcup Rennen der Saison in Albstadt (GER) ist schnell erzählt, denn es wurde ein Tag zum vergessen...

Nach einem guten Start verkeilte ich mich in der ersten Verengung der Strecke mit einem anderen Fahrer. Als wir uns dann endlich voneinander gelöst hatten, konnte ich in der steilen Passage im losen Kies nicht mehr anfahren. Als ich dann wieder auf dem Bike sass, war schon ein Grossteil des Feldes an mir vorbei gezogen. Aus einer Aufholjagd wurde dann leider auch nichts. Mein Körper streikte und so quälte ich mich kraftlos über die Runden. In der vorletzten Runde wurde ich per 80%-Regel aus dem Rennen genommen - schon fast eine Erlösung für mich.

In der Hitze von Albstadt.. (Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion)

Auch in der dritten Teilnahme konnte ich den "Fluch von Albstadt" nicht ablegen. Die nächste Chance kommt bestimmt.

Bereits in zwei Wochen geht es weiter mit dem Swiss Bike Cup in Gränichen.

Dienstag, 23. Mai 2017

Auf der Suche nach dem Rennglück

HC Rennen in Obertraun (AUT)
Nach meiner Rennpause in Folge meines Sturzes in Haiming und der damit verbundenen Ellbogen-OP brauchte ich ein Rennen, um mich vor dem ersten Weltcup wieder in den Rennmodus zu bringen. Da kam mir das HC Rennen in Obertraun mit seiner sehr technischen Strecke gerade recht. Die Rennfreien Wochen hatte ich auf der Strasse sehr gut trainiert und ich fühlte mich bereit.

Am Start standen einige Top-Fahrer und es sollte ein guter Gradmesser für mich sein. In den ersten beiden Runden war ich noch nicht so locker und eher vorsichtig unterwegs. Ich spürte die fehlenden Kilometer im technischem Gelände. Dadurch verlor ich einige Zeit auf die Spitze und die direkten Verfolger. Doch mit jeder Runde lief es besser und ich klammerte mich auf dem 9. Rang fest.

Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion

In der letzten Runde versuchte ich nochmals richtig zu pushen um möglichst den vor mir liegenden Fahrer einzuholen. In einer Abfahrt war dies dann zu heftig und ich holte mir einen platten Hinterreifen. Dadurch fiel ich leider auf den 14. Rang zurück und vergab wichtige Weltranglistenpunkte. Trotzdem hat sich das Rennen auf der tollen Strecke gelohnt und so fuhren wir anschliessend mit dem Team weiter nach Nove Mesto.


Weltcup Nove Mesto (CZE)
In der Woche vor dem Rennen konnten wir uns in Tschechien gut erholen und professionell auf den Weltcup vorbereiten. Ich freute mich riesig auf das Rennen, das ich mit der ungewohnt tiefen Startnummer 45 im Feld von 152 Fahrern aus 34 Nationen in Angriff nehmen konnte.

Vor dem Start war ich dann sehr nervös. Ich wusste, dass die Startrunde mit einer sehr langen und breiten Anfangsphase extrem wichtig sein würde für den weiteren Rennverlauf. Doch bereits nach dem Startschuss verhakte ich mich mit einem Fahrer neben mir. Wenig später stürzte ein anderer Fahrer vor mir und bremste mich abermals aus. Den Rest der Startrunde powerte ich was möglich war und konnte so den Schaden mit dem 57. Zwischenrang in Grenzen halten.

Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion

Foto: Thomas Weschta / EGO-Promotion

Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion

In den folgenden beiden Runden konnte ich mich kontinuierlich nach vorne arbeiten, blieb dann jedoch etwas hängen, weil die Gruppe nicht so recht harmonierte. In der dritten Runde kam dann eine schnelle Gruppe von hinten in der ich Unterschlupf fand. Doch die Freude hielt nicht lange an. In einer technischen Passage erlitt ich einen Reifendefekt am Vorderrad und das Rennen war gelaufen. Der enttäuschende 72. Rang ist nicht das wofür ich täglich hart arbeite.

Zum Glück bleibt mir nicht viel Zeit zum grübeln. Bereits am kommenden Samstag findet der nächste Weltcup im deutschen Albstadt statt. Das Streckenprofil gefällt mir sehr und ich hoffe, dass nach drei Rennen mit Reifendefekten das Rennglück wieder mal auf meiner Seite ist.